20.11.2019 06:02 |

FPÖ für U-Ausschuss

Hofer über Casino-Affäre: „Nichts zu befürchten“

Die aktuelle Casino-Affäre deckt ein verheerendes Sittenbild von Postenschacher in der Republik auf. Für FPÖ-Chef Norbert Hofer ist trotzdem klar: „Wir haben nichts zu befürchten.“ Im „Krone“-Interview spricht er auch über „Straches Nähe zum Glücksspiel“, dessen „Beschwerde bei Bestellungen“ und den Plan für „eine rot-schwarze Proporz-Landkarte aller Spitzenpositionen“.

Gerade ist die zweite Welle von Razzien rund um Österreichs Glücksspielbranche über die Bühne gegangen. Im Mittelpunkt steht die Bestellung des FPÖ-nahen Casino-Finanzchefs Peter Sidlo.

„In meinem Einflussbereich hat es keinen Postenschacher gegeben“
„Nein, in meinem Einflussbereich als Bundesminister für Verkehr und Infrastruktur hat es keinen Postenschacher gegeben. Positionen wurden ausschließlich nach fachlichen Kriterien besetzt. Viele Manager mit SPÖ-Nähe habe ich gar nicht ausgewechselt“, will Hofer gleich zu Beginn des Gesprächs klarstellen.

Hofer über Strache: „Ja, er hat immer gerne SMS geschrieben“
Der neue blaue Frontmann übernimmt von seinem Vorgänger Heinz-Christian Strache ein schweres Erbe. Besonders das Handy des über das Ibiza-Video gestürzten FPÖ-Chefs ist für die Soko eine Fundgrube. Hofer vielsagend: „Ja, er hat immer gerne SMS geschrieben, kaum telefoniert.“ Die Nähe Straches als damaliger Sportminister zum Glücksspiel ergebe sich durch einen Teil der Einnahmen aus dieser Branche.

„Casinos waren nie ein Thema“
Auch von der publik gewordenen „Beschwerde“ beim damaligen ÖVP-Finanzminister Hartwig Löger, dass die ÖVP den FPÖ-Postenwünschen endlich nachkommen solle, habe er gehört. „Das und die Casinos waren aber bei den Gesprächen als Regierungskoordinator einmal pro Woche mit Kanzleramtsminister Gernot Blümel nie ein Thema.“

„Wir sind für einen U-Ausschuss“
Überhaupt hätten die Freiheitlichen keine Angst vor Ermittlungen: „Wir sind für einen U-Ausschuss, haben nichts zu befürchten!“ In diesem Zusammenhang wolle man auch eine Landkarte bei politischen Besetzungen von Unternehmen in öffentlicher Hand bis hin zum ORF anfertigen. „Das wird ein sehr eindeutiges Bild ergeben.“

Für die Steiermark-Wahl diesen Sonntag ist Hofer trotz des Liederbuch-Skandals und prognostizierter Verluste vorsichtig positiv: „Wir hoffen, die 20-Prozent-Marke zu knacken. Dann wäre die Talsohle durchschritten.“

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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