16.11.2019 11:22 |

Am Magnetspektrometer

ISS-Astronauten erledigten komplexen Außeneinsatz

Astronauten haben an der internationalen Raumstation ISS einen anspruchsvollen Außeneinsatz absolviert. Der italienische Raumfahrer Luca Parmitano und sein Partner bei der Mission, der US-Amerikaner Andrew Morgan, waren am Freitag zu einem ersten Weltraumspaziergang aufgebrochen, um das Magnetspektrometer AMS an der ISS zu reparieren.

Genau 6 Stunden und 39 Minuten später seien die beiden wieder in die ISS zurückgekehrt, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA via Twitter mit. Alle Aufgaben des Einsatzes seien erfolgreich erledigt worden. Insgesamt sind vier Außeneinsätze für die Reparatur geplant. Das Gerät benötigt ein neues Kühlsystem.

„Komplexer als ganze restliche Station zusammen“
Die europäische Weltraumorganisation (ESA) spricht von den anspruchsvollsten Weltraumspaziergängen seit der Reparatur des Weltraumteleskops Hubble. „Man kann es mit einer Operation am offenen Herzen vergleichen“, sagte der deutsche Projektleiter Stefan Schael der Deutschen Presse-Agentur.

Die Kühlleitungen, an die die Astronauten ranmüssten, seien gerade mal vier Millimeter dick - eine Herausforderung für die Astronauten mit ihren Handschuhen. „AMS ist von der Elektronik her komplexer als die ganze restliche Raumstation zusammen“, sagte Schael.

Hier können Sie sich den kompletten Einsatz als Live-Stream anschauen:

AMS blickt in für Menschen unerreichbare Winkel des Alls
Im Grunde handelt es sich um eine Art wohnwagengroße Kamera, die Teilchen der kosmischen Strahlung fotografiert. Mit den Aufnahmen will man herausfinden, was an Orten in der Milchstraße vorgeht, die man nicht erreichen kann. 2011 wurde es installiert - mittlerweile versagt aber die Kühlung. Würde sie nicht repariert, müsste das Gerät in absehbarer Zeit abgeschaltet werden. Die Reparaturen sollen die Lebensdauer verlängern.

„Astro Luca“ absolvierte lebensgefährlichen Einsatz
Der in seiner Heimat als „Astro Luca“ sehr populäre Parmitano ist seit kurzem ISS-Kommandant. Es ist bereits sein zweiter Einsatz auf der Raumstation. Während seines ersten Aufenthalts 2013 war er bei einem Außeneinsatz in Lebensgefahr geraten. In seinem Helm hatte sich Wasser gesammelt, der Raumfahrer hätte ertrinken können.

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