30.10.2019 12:00 |

33 Bergführer

Die Alpinprofis in den Reihen der Tiroler Polizei

Sie nehmen Unfälle im Gebirge und auf Skipisten auf, retten (mit dem Hubschrauber) Menschen aus Bergnot und unterstützen auch die Bergrettung - den Tiroler Alpinpolizisten wird nicht langweilig. Und bei der Bergung von Leichen erreichen sie oft ihre psychischen Grenzen.

Das Gebirgs- und Tourismusland Tirol „verträgt“ leicht die rund 150 Alpinisten bei der Polizei. „Sie sind auf acht alpine Einsatzgruppen aufgeteilt und versehen grundsätzlich normalen Dienst auf den einzelnen Polizeiinspektionen“, informiert Franz Markart, der neue Ausbildungsleiter der Tiroler Alpinpolizei. „Von den einzelnen Posten rücken sie dann aus zu den Einsätzen im Gelände“, ergänzt Viktor Horvath, der heuer im Frühjahr die Chefagenden der Alpinpolizei übernommen hat.

Im Winter haben viele Alpinpolizisten ihr „Büro“ auf den heimischen Skipisten. Denn die Unfallaufnahme nach Kollisionen mehrerer Skifahrer oder mit Begrenzungseinrichtungen bilden das „Hauptgeschäft“ der bergerprobten Beamten.

Wer einen Alpinpolizisten mit Notizblock auf der Piste sieht, braucht grundsätzlich keine Sorge haben, wegen Schnellfahrens auf den Skiern notiert zu werden, oder weil er zuvor in der Hütte zu Tief ins Glas geschaut hat. „Dafür fehlen uns im Gelände die gesetzlichen Befugnisse“, „entwarnt“ Horvath.

„Eine alpinistische Grundausbildung erhält jeder Polizeischüler“, sagt Ausbildungsleiter Markart. Das erfolgreiche Absolvieren von Kursen – unter anderem im Hochgebirge sowie in Fels und Eis – macht einen Polizisten offiziell zum „Alpinisten“. Nach drei weiteren Kursen darf er sich „Hochalpinist“ nennen.

Die Steigerungsstufe davon stellt der Polizeibergführer dar. 30 Männer und drei Frauen – auf den Posten Erpfendorf, Schwaz und St. Anton – zählen zu diesem „elitären“ Kreis. „Viele davon sind gleichzeitig auch staatlich geprüfte Bergführer“, sagt Ausbildungsleiter Markart.

Die acht Einsatzgruppenleiter in den Bezirken gehören auch zur Besatzung des Landeshubschraubers Libelle Tirol. Als Flugretter – die neudeutsche Bezeichnung dafür lautet „Flight Operator“ – sind sie mit der Libelle bei Sucheinsätzen und der Rettung von unverletzten Menschen aus Bergnot unterwegs. Außerdem haben sie die belastende Aufgabe, die tödlich Verunglückten ins Tal zu fliegen.

Sucheinsätze haben zuletzt deutlich zugenommen. Die besondere Problematik dabei: Die Position der Vermissten ist vielfach nur recht vage bekannt, beim Einsatz verstreicht daher oft unnötig wertvolle Zeit. Alpinpolizeichef Horvath will vor diesem Hintergrund bei den Suchaktionen verstärkt auf moderne Technologien wie etwa die Handyortung setzen.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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