18.10.2019 10:55 |

Fenster war zu klein

Dicker Mafiosi setzte sich für Fluchtplan auf Diät

Ein zum Tode verurteilter Mafiosi schmiedete in einem Gefängnis in New York einen aufwändigen Fluchtplan - doch der Gangster war zu dick für das Fenster, durch das er fliehen wollte. Er wog beinahe 160 Kilogramm. Daraufhin setzte sich Christopher Londonio auf Diät. Sein Fluchtplan involvierte außerdem einen Priester, Leintücher, Zahnseide und ein Sägeblatt.

Londonio hatte vor zwei Jahren nichts mehr zu verlieren. Er hatte im Jahr 2013 den Gangster-Boss Michael Meldish umgebracht, dafür sollte er hingerichtet werden. Wie nun aus kürzlich veröffentlichten Akten des FBI hervorgeht, entwarf er deshalb einen komplexen Plan, wie er aus der Haftanstalt türmen könnte.

Fensterglas sollte mit Zahnseide zerschnitten werden
Er überzeugte einen weiteren Häftling, der schon einmal einen Fluchtversuch gewagt hatte, mitzumachen. Sein neuer Komplize David Evangelista saß wegen eines Bankraubes im Gefängnis. Londonio hatte bereits Löcher in die Dichtung des Fensters mit einem Rasierer herausgeschnitten. Mit geflochtener Zahnseide, die seine Mutter in die Anstalt geschmuggelt hatte, wollte er das Glas zerschneiden, wie das FBI laut „New York Post“ berichtete. „Die Zahnseide wurde dann hin und her gezogen, was einen Sägeeffekt auf dem Glas erzeugt“, so die Behörde in der Akte.

Gangster wollte sich aus achtem Stock abseilen
Außerdem hatte er bereits Leintücher in einer Kiste unter seinem Bett gesammelt, mit denen er sich aus dem achten Stock abseilen wollte. Das einzige offensichtliche Problem des Mafiosis: Er passte gar nicht durch das Fenster, durch das er flüchten wollte. „Ein zentrales Element von Londonios Plan war ein Gewichtsverlust, um sicherzustellen, dass er durch das geöffnete Fenster passt“, schrieben die FBI-Agenten in ihrem Bericht. „Gegen Ende begann Londonio, viel Kleie zu essen und trainierte fieberhaft - er lief die Treppe zwischen den Stufen in seiner Einheit auf und ab und machte Klimmzüge“, berichteten die Beamten.

Ganze Familie und Priester in Fluchtplan involviert
Das letzte Puzzelstück stellte ein Sägeblatt dar, dass ein Priester in die Haftanstalt schmuggeln sollte. Damit wollte der Mafiosi die Gitterstäbe durchtrennen. Seine Familie spähte den Parkplatz des Gefängnisses aus, um festzustellen, dass dieser nicht videoüberwacht war. „Sein Vater hatte die Umgebung der Anlage nachts beobachtet und ihm gesagt, dass die Kabinen der Sicherheitsleute spät in der Nacht nicht besetzt waren“, fanden die Agenten heraus. Nach der Flucht wollten Londonio und sein Komplize in einer Unterkunft untertauchen, bis sich der Medienrummel gelegt hatte.

Doch der Plan scheiterte schließlich - weil Evangelista kalte Füße bekam. Er hatte Angst, als Mitverschwörer aufzufliegen und verriet auf der psychatrisichen Station der Anstalt die Pläne seines Mithäftlings.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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