Auch in Wien?

Kokainkonsum in Europa auf neuem Rekordhoch

Kokain ist in ganz Europa auf dem Vormarsch. Das sagt der kürzlich veröffentlichte Europäische Drogenbericht. Alleine der Koksmarkt in London hat einen geschätzten Wert von weit mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr. Durch die Untersuchung des Abwassers der Stadt haben Forscher des King‘s College außerdem herausgefunden, dass in der britischen Hauptstadt täglich 23 Kilogramm reines Kokain konsumiert werden. City4U hat bei der Polizei nachgefragt, ob die Lage in Wien ebenso dramatisch ist.

Die tägliche Menge, die in London an reinem Kokain konsumiert wird - nämlich 23 Kilogramm - beträgt mehr als die der drei nächsten kokainkonsumierenden Städte Europas zusammen. Auf Platz zwei liegt Barcelona mit 13 Kilogramm pro Tag, gefolgt von Amsterdam und Berlin mit jeweils fünf Kilogramm. Von diesen Mengen ist Wien noch weit entfernt. Die österreichische Hauptstadt befindet sich nicht unter den Top 15-Städten im Kokain-Ranking. Dennoch: „Es ist auf jeden Fall ein Trend Richtung Kokain erkennbar. Generell sind Marihuana und Kokain die zwei führenden Suchtmittel in Wien. Das ist auch an den Importen erkennbar“, beschreibt Patrick Maierhofer, Pressesprecher der Landespolizeidirektion Wien.

Dieser Trend setzt sich in ganz Europa fort. Laut dem Europäischen Drogenbericht erreichte die Zahl der Sicherstellungen der Stimulanz mit 104.000 und einer Menge von 140,4 Tonnen das höchste Niveau, das jemals in der EU verzeichnet wurde. „Auch in Österreich werden alle paar Wochen Organisationen ausgehoben und Dealer verhaftet. Dem Landeskriminalamt gelingen regelmäßig Schläge mit Kokain-Beschlagnahmungen in Millionenhöhe, welches aus verschiedenen Ländern wie Spanien, Holland oder die Balkanroute importiert wird“, erklärt Maierhofer.

Laut dem Bericht zur Drogensituation 2018 des Sozialministeriums in Österreich zeigt sich seit 2013 ein steigender Trend was den Kokainkonsum betrifft. Das kann daran liegen, dass der Reinheitsgrad der Droge seit nunmehr zehn Jahren kontinuierlich gestiegen ist, der Preis jedoch nicht. Dies legt nahe, dass die Verfügbarkeit von Kokain auf einem Rekordhoch ist. Nicht zuletzt auch durch das Darknet: „Der Drogenkauf über das Darknet erfreut sich großer Beliebtheit. Wobei die Leute nicht denken sollten, dass es da einen Freibrief gibt. Auch hier werden regelmäßig jene festgenommen, die Drogen bestellen oder verkaufen. Der Aufwand ist groß, der Bereich komplex, aber mittlerweile haben wir viele Spezialisten“, bestätigt Maierhofer. 

Oktober 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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