15.10.2019 17:13 |

Ersatz gesucht

Keine Judo-WM: Wien kämpft um zwei Millionen Euro

Hoffnung für den österreichischen Judoverband, die zwei Millionen Euro Anzahlung für die gescheiterte Ausrichtung der WM 2021 in Wien, die von diesem 2018 an den internationalen Verband (IJF) überwiesen wurde, zurück zu bekommen. „Wenn ein Ersatzveranstalter zu gleichen Konditionen gefunden wird, gehen wir davon aus, dass ein Schaden weitgehend vermieden werden kann. Ist dies der Fall, werden wir das Geld zurück erstatten“, erklärt Ronald Rast, der Anwalt des internationalen Verbandes.

Zur Vorgeschichte: Ex-Sportminister Heinz-Christian Strache war ein Unterstützer der Bewerbung für die WM. Im September 2018 bekam Wien auch den Zuschlag, die zwei Millionen wurden als Förderung vom Sportministerium an den heimischen Verband und von dem an den internationalen überwiesen.

Insgesamt sollten die Titelkämpfe zwölf Millionen kosten. Aber rasch verdichteten sich Gerüchte, dass das Mega-Projekt nicht ausfinanziert sei. Es gebe weder einen Eigenmittelnachweis, noch eine Organisationsstruktur und ein Budget. Letzten Freitag dann die Gewissheit: Nachdem die zweite Rate nicht fristgerecht eingetroffen war, entzog uns die IJF das Großevent wieder.

Mit der bereits geleisteten Millionen-Anzahlung hängt nun ein Damoklesschwert über dem Judoverband, der mit Martin Poiger einen neuen Präsidenten hat. Denn findet sich kein adäquater Ersatzveranstalter, behält die IJF die Fördermittel. Das Sportministerium wird diese natürlich vom Judoverband zurückfordern. Womit diesem ein Rechtsstreit mit dem alten Präsidenten Hans-Paul Kucera, der alle Verhandlungen geführt hatte, und im schlimmsten Fall die Pleite droht.

Anja Richter, Kronen Zeitung

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