11.10.2019 09:45 |

Neues Besucherzentrum

Im Freilichtmuseum ist alles offen

110.000 Besucher durchqueren jährlich den schmalen Eingangsbereich des Freilichtmuseums in Großgmain. Damit sich fortan keine langen Schlangen mehr bilden, wird ein neues Besucherzentrum gebaut. 55 Architekten aus ganz Europa sandten ihre Entwürfe ein. Der Sieg ging nach Bregenz. Die Eröffnung ist im Sommer 2021.

Von 55 äußerst prominenten Bewerbern sind die zwölf besten, darunter vier regionale Büros aber auch einer aus Spanien, in die Endausscheidung gekommen. Eindeutig aber nicht einstimmig haben sich die sechs Experten in der Jury für das Modell von Andreas Cukrowicz entschieden. Er durfte sich neben dem Auftrag über ein Preisgeld von 5000 Euro freuen.

Ein offenes Forschungsmuseum

Ein längliches Besucherzentrum für historische Baukultur soll die Gäste über den Kassenbereich ins 50 Hektar große Areal des Freilichtmuseums führen .In das mehrfunktionale Gebäude (Kosten: vier Millionen Euro netto) kommen neben einem großen Shop auch Büros. Ganz zur Freude der Mitarbeiter, die jahrelang unter den kleinen Räumen mit viel zu niedrigen Decken leiden mussten. „95 von 100 unserer Wünsche konnte unser Sieger erfüllen. Wenn die Behördenverfahren durch sind, bauen wir für unsere Besucher ein Haus“, sagt Museumsdirektor Michael Weese. Er bevorzugt künftig ein offenes Forschungsmuseum. „Ein Museum soll ein Ort der Versammlung sein“, betont Weese. Viereinhalb Stunden bestaunen die Besucher im Schnitt die 100 Objekte in Großgmain. Das älteste Wohnhaus stammt aus dem Jahr 1482, eine Stallscheune sogar aus 1440.

Der Sieger im Interview

Architekt Andreas Cukrowicz aus Bregenz hat mit seinem Entwurf überzeugt und setzte sich mit seiner Holzkonstruktion gegen insgesamt 55 Bewerber aus ganz Europa durch.

Was war die Idee hinter dem Projekt?

Wir wollten alles auf einer Ebene mit kurzen Wegen möglichst flach und lichtdurchflutet haben. Gleichzeitig haben wir viel Wert auf einen liebevollen Umgang mit den einzelnen Objekten rundherum gelegt. Und natürlich, dass ausschließlich lokales Holz verwendet wird.

Was halten Sie von den alten Salzburger Häusern im Freilichtmuseum?

Wir haben in Sachen Bauweise viel dazu gelernt und kamen ins Grübeln, warum sie sich einst für diese oder jene Variante entschieden haben.

Würden Sie sich als naturverbunden bezeichnen?

Ja, und als einfühlsam.

Wie lange haben Sie an dem Modell geplant?

500 Stunden. Wir waren zu viert.

Ihr größter Auftrag?

Das Konzerthaus in München.

Sandra Aigner
Sandra Aigner
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