10.10.2019 06:00 |

Studie warnt

So bedroht die Klimakrise die steirischen Almen

Die Almen prägen das Bild der Steiermark. Doch auch vor ihnen macht der Klimawandel keinen Halt: Wie Forscher der Universität Graz errechnet haben, könnten alpine Lebensräume, wie wir sie heute kennen, bis zum Jahr 2100 zu 90 Prozent verschwunden sein - und die dort heimischen Pflanzen aussterben.

Die Temperaturen steigen - aber manche Pflanzen-Arten haben es gerne kälter. Ihre einzige Möglichkeit auszuweichen: nach oben hin. Aber was, wenn es nicht mehr weiter nach oben geht?

Patrick Schwager und Christian Berg vom Institut für Biologie an der Uni Graz haben für ihre Studie das Worst-Case-Szenario angenommen: Um vier Grad steigt in ihrer Rechnung die Durchschnittstemperatur. Was sie herausgefunden haben, ist dramatisch: 90 Prozent des Lebensraumes, den viele Pflanzen im Alpen-Raum in der Steiermark heute benötigen, werden sich so stark verändern, dass die Arten keine Grundlage mehr zum Leben haben. Die Bedingungen wären dann nicht mehr für sie geeignet.

Muren könnten häufiger werden
Die Baumgrenze etwa würde sich nach oben verschieben, Pflanzenarten wären bedroht. Kurzum: Das Bild der Almen wäre ein anderes, was auch dem Tourismus schaden könnte, wie Patrick Schwager erklärt. Ein ganzes Ökosystem würde wackeln. Auch die Gefahr von Murenabgängen würde sich dann vergrößern, weil der Boden nicht festgehalten würde: „Wenn Arten verschwinden, geht bei gewissen auch ihre Funktion der Bodenfixierung verloren“, sagt Schwager.

Die Autoren rufen dazu auf, „Naturschutzstrategien in den Alpen ganz neu zu denken“. Die Natur solle man sich selbst überlassen - jedes neue Eingreifen, etwa durch Skigebiete oder Almwirtschaft, sei schlecht. Schwager ist überzeugt: „Der Klimawandel macht es noch wichtiger, dass die Almen erhalten bleiben.“

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