09.10.2019 11:30 |

Starke Zunahme

Fataler Sommer: 61 Tote in den Tiroler Bergen!

Die vom Kuratorium für Alpine Sicherheit, Bergrettung und Alpinpolizei gestern präsentierte aktuelle Alpinunfallstatistik zeigt, was längst klar schien: Der Tiroler Bergsommer 2019 fällt bei den Toten, Verunglückten und Unfällen im Vergleich zu den Vorjahren negativ aus der Reihe. Er liegt im Österreichtrend.

Betrachtet wurde der Zeitraum von 1. Mai bis 29. September. 61 Tote, 1014 Verunglückte sowie 983 Unfälle gab es heuer zu beklagen. Der 10-Jahres-Schnitt weist für unser Bundesland 53 Tote, 789 Verunfallte und 762 Alpinunfälle aus.

Den Löwenanteil bilden heuer wieder die Bergwanderer mit 544 Verunfallten aus – ein Plus von zehn Prozent zum Vorsommer und weit über dem langjährigen Mittel. Sturz und Stolpern ist die häufigste Ursache bei den Wanderunfällen.

„Wandern wurde ein Trendsport, immer mehr Menschen sind unterwegs“, versucht Karl Gabl, Präsident des Kuratoriums, einen Grund für den negativen Trend zu finden. Und der Meteorologe weiß, dass viele inzwischen dank guter Ausrüstung bei jedem Wetter unterwegs sind und ihr Tourenziel nicht anpassen. Gabl: „Sie nehmen die Wetterprognosen leider nicht ernst genug.“

Natur ist kein Sportplatz
„Die Natur ist keine abgesicherte Sportstätte“, warnt Hermann Spiegl, Landesleiter der Tiroler Bergrettung. Auch die Einsätze der heimischen Bergrettung sind im Beobachtungszeitraum gestiegen. Spezielle Probleme bereiten bestimmte Hotspots im Land wie Sölden, Innsbruck, Mayrhofen, Kufstein oder Lienz. „Allein in Sölden hat die Ortsstelle oft bis zu vier Einsätze pro Tag – ein enormes Pensum!“

Besonders heikel wird es, wenn aufgrund von Schlechtwetter der Hubschrauber nicht fliegen kann. Da geraten die freiwilligen Bergretter oft an ihre Leistungskapazität. „Gerade deshalb sind wir sehr froh über das ausgezeichnete Netz an Hubschraubern in Tirol. An schönen Tagen könnten wir unsere Aufgaben ohne diese Luftunterstützung gar nicht bewältigen.“

Thema Aufgabenbewältigung: Spiegl kritisiert, dass die Bergrettung in Lienz im Sicherheitskonzept des Bikeparks integriert ist, die Fülle an Einsätzen aber fast nicht mehr zu schaffen sei. Er hebt in dem Zusammenhang Ötztal Tourismus hervor. In Sölden finanziert der TVB Bergretter, die hauptberuflich Rettungseinsätze auf den Bikerouten übernehmen. Spiegel rät all jenen, die selten in die Berge gehen, sich einen Bergführer zu leisten. Diejenigen, die oft unterwegs sind, sollten sich alpinen Vereinen anschließen.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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