Lesung im Central:

Klaus Oppitz schreibt über Hasskultur im Netz

Klaus Oppitz (48), gebürtiger Welser mischt als Autor im großen Österreich-Kabarett mit, nämlich als Schreiber für die ORF-Satire „Wir sind Kaiser“. Er legt nun den Roman „Die Hinrichtung des Marin P.“ (K&S Verlag ) vor, den er am 15. Oktober in Linz aufblättert. Er umkreist darin ein ernstes Thema, und zwar Hass im Internet.

„Krone“: Wie kommen Sie zum Schreiben?
Ich habe schon als Kind gerne Geschichten erzählt und auch furchtbar dilettantische Comics gezeichnet.

„Krone“: Jetzt schreiben Sie Dialoge für „Wir sind Kaiser“. Was ist am Lustigsten?
Wenn sich beim Dreh etwas Spontanes ergibt. Viele Dialoge entstehen im Abtausch mit Rudi Roubinek, außerdem analysieren wir vorab Interviews der Gäste, die geplant sind, schauen genau, wie die so ticken.

„Krone“: Sie schreiben auch Romane, nun „Die Hinrichtung des Martin P.“ Ein harter Titel. Worum geht es?
Ein Hassposter verfasst eine Morddrohung gegen einen Kindermörder. Er wird beim Wort genommen und bekommt die Erlaubnis, den Täter tatsächlich hinzurichten. Bringt er das fertig? Will er das tatsächlich?

„Krone“: Was diskutieren und spielen Sie im Roman durch?
Völlig klar, der Verurteilte ist ein Mörder, ein Kind umzubringen ist eine derart abscheuliche Tat, dass vermeintlich eindeutige moralische Vorstellungen auf die Probe gestellt werden. Aber wo sind unsere Grenzen? Das interessiert mich.

„Krone“: Postings im Internet schaukeln Selbstjustiz, Rache, Aggressionen hoch. Ist das Internet gefährlich?
Waffen und Kernspaltung sind gefährlich, das Internet sehe ich als etwas Gutes. Wir müssen aber lernen, mit dem Überfluss an Informationen umzugehen, Fakten von Verschwörungstheorien zu unterscheiden. Diese Art von Medienkunde gehört eigentlich in jeden Schullehrplan.

„Krone“: Wann lesen Sie in Linz?
Am 15. Oktober zusammen mit der großartigen Katharina Stemberger im Central in Linz.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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