27.09.2019 12:29 |

Wegen Wilderei

Russland nimmt 262 nordkoreanische Fischer fest

Die russische Küstenwache ist erneut gegen nordkoreanische Fischer vorgegangen. In den vergangenen Tagen seien insgesamt weitere 262 „Wilderer“ festgenommen worden, die in den Gewässern illegal gefischt hätten, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB am Freitag mit.

Erst vor zehn Tagen wurden 161 Fischer aus Nordkorea festgenommen. Zuvor waren die Grenzschützer beschossen und drei von ihnen verletzt worden. Diesmal habe es keine Verletzten gegeben, hieß es. Das kommunistische Nordkorea leidet unter chronischem Nahrungsmittelmangel.

30.000 Tintenfische entdeckt
Die nordkoreanischen Fischer waren demnach in russischen Hoheitsgewässern unterwegs. Dort fährt die Küstenwache Russlands nach eigenen Angaben zum Schutz ihrer meeresbiologischen Ressourcen Patrouillen. Bei den erneuten Kontrollen seien 30.000 Tintenfische entdeckt worden. Außerdem wurden den Angaben zufolge drei Fischer- und zwei Motorboote beschlagnahmt und nach Nachodka bzw. Posjet bei Wladiwostok gebracht. Laut der Agentur Ria Nowosti stellte die Küstenwache 2018 insgesamt mehr als 8000 Verstöße fest.

Die russische Fischereibehörde hatte auch nach Klagen einheimischer Unternehmer heuer keine Fanglizenzen an die Nordkoreaner ausgegeben. Tausende Fischer aus Nordkorea sind Medien zufolge 2019 dort schon zeitweise festgenommen worden.

Hohe ökologische Schäden
Der Chef der Vereinigung russischer Fischerei-Unternehmen in der fernöstlichen Region Primorje, Georgi Martynow, beklagte kürzlich auch hohe ökologische Schäden durch die nordkoreanischen Fischer. Sie fischten mit in Russland verbotenen engmaschigen synthetischen Netzen. Mit diesen würden auch kleine Lebewesen aus dem Meer geholt. Zudem würden die Netze einfach im Meer entsorgt, wo sie 200 Jahre bräuchten, um zersetzt zu werden. Auch die Schiffe selbst entsprächen nicht den hygienischen und technischen Vorschriften.

Bei den Festnahmen in der Vorwoche waren nach russischen Angaben drei Mitglieder der russischen Küstenwache verletzt worden. Ein ebenfalls verwundeter Nordkoreaner starb dem FSB zufolge später an seinen Verletzungen. An jenem 17. September setzten russische Grenzschützer zunächst ein nordkoreanisches Boot fest und anschließend ein zweites, nachdem dieses das Feuer eröffnet hatte.

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