19.09.2019 13:58 |

Essen und staunen

Singapur: Mehr als nur ein Stopover-Ziel

Zu Unrecht wird Singapur von vielen nur als Stopover-Ziel besucht, denn es hat viel zu bieten: Attraktionen der Superlative sowie eine erstaunliche Vielfalt der asiatischen Küche.

Singapur ist Südostasiens kleinster Staat und eines der reichsten Länder der Welt, oder sollte man sagen, eine der reichsten Städte der Welt, denn in Wirklichkeit handelt es sich um einen Stadtstaat mit 5,4 Millionen Einwohnern. Ein Ort mit hohen Lebenserhaltungskosten, neben Hongkong der wichtigste Finanzplatz Asiens und mit etwa 11 Millionen Touristen jährlich eine der meistbesuchten Städte.

So weit die Fakten der Superlative, die mitunter ein Grund für die gute Fluganbindung sind. Es ist bequem, via Dubai mit Emirates anzureisen. Das Top-Unterhaltungssystem ICE an Bord mit mehr als 4500 (!) verfügbaren Kanälen sowie ein ausgezeichnetes Service lässt die Zeit an Bord wie im Fluge - nomen est omen - vergehen. 2,6 Tage bleibt ein Tourist aus dem deutschsprachigen Raum im Durchschnitt in Singapur, sagt die Statistik. Auch ich bin „nur“ auf der Durchreise auf meiner Reise in die Südsee, aber ich nütze die (relativ kurze) Zeit optimal, wohne im schicken Six Senses Maxwell, das gemeinsam mit dem Six Senses Duxton - nur wenige Gehminuten entfernt - das erste Stadthotel der Gruppe ist.

Am Rande von China Town gelegen, ist man in wenigen Minuten mitten im Geschehen. Abdul Rahim ist mein Führer. Er repräsentiert eine multikulturelle Stadt, die einen Schmelztiegel verschiedenster Kulturen darstellt. Das zeigt sich auch beim kulinarischen Angebot. Indisch. Malaiisch. Chinesisch. Fusionsküche. Rahim hat sich auf Foodie-Touren spezialisiert. Gleich neben meiner noblen Unterkunft ist zum Beispiel das Maxwell Food Centre.

Mobile Garküchen wurden aus hygienischen Gründen von der Strasse verbannt und sind nun meist in überdachten Food oder Hawker Centres zusammengefasst. Die Stände gruppieren sich um nummerierte Tische und Hocker. Im Maxwell Food Centre haben mir liebe Bekannte, die wahre Singapur-Experten sind, den Tian Tian Hainanese Chicken Rice empfohlen - es bewahrheitet sich, Singapur ist ein Paradies für Gourmets.

Gut essen muss nicht teuer sein
Auch die auf Statussymbole fixierten Einheimischen lieben einfache Garküchen, wie sie beispielsweise in der Boon Tat Street abends zu finden sind. Tagsüber fließt hier der Verkehr, abends wird die Straße abgesperrt, und es gibt Satay - Fleisch am Spieß gegrillt. Eine florierende Szene eignet sich vortrefflich zum Selbstentdecken, allerdings ist auch ein Führer wie Rahim ein Segen, wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht

Er kennt alle, auf dem Weg machen wir auch Sightseeing, besuchen einen indischen bzw. auch einen buddhistischen Tempel, gehen an einer Moschee vorbei, landen schließlich mit dem Taxi im futuristischen Neubauviertel rings um die Marina Bay, einer künstlichen Bucht, wo allabendlich (Freitag und Samstag sogar um 20, 21 und 22 Uhr) Spectra stattfindet, eine spektakuläre Licht- und Wassershow, die durchaus beeindruckt. Die Kulisse ist einmalig, vor allem das Marina Bay Sands ist weltbekannt, drei durch eine gewagte Dachkonstruktion miteinander verbundene Türme mit einer luxuriösen Lifestyle Mall mit zahlreichen Geschäften, Restaurants, einem Casino, einer Theaterbühne, und natürlich darf auch ein Hotel nicht fehlen. Wer einen atemberaubenden Ausblick genießen möchte, kann das vom Public Observation Deck (Eintritt!) oder vom Restaurant aus tun.

Der Tag war lang, mit vielen Eindrücken, aber ein Singapore Sling, der ja hier in Singapur erfunden worden ist, muss sich in der trendigen Bar vom Six Senses Maxwell schon noch ausgehen, einfach auch um die vielen Erlebnisse ein wenig Revue passieren und nachwirken zu lassen.

Gardens by the Bay
Frühmorgens steht Rahim wieder vor der Tür, wir haben viel vor: Zuerst einmal die Gardens by the Bay, ein etwa 100 Hektar großer Park mit zwei riesigen Glashäusern, „Flower Dome“ und „Cloud Forest“ genannt, besuchen. Dort könnte man viele Stunden verbringen, es ist sehenswert, aber wir müssen auch Little India gemeinsam erkunden.

Der Markt ist ein Wahnsinn, die exotischen Früchte in ihrer Pracht sind ein Fest für die Sinne. Ich lerne, dass Alphonso die beste Mango-Sorte ist, eine Durian nicht so sehr dem europäischen Geschmack entspricht, ich koste mich sozusagen durch, genieße im Thosai-Dosa-Tekka-MKi-Markt ein zweites - indisches - Frühstück, das mir übrigens ausgezeichnet schmeckt, halte mich aber bewusst zurück, denn mittags steht chinesische Küche im Yellow Pot, dem Restaurant vom Six Senses Duxton, auf dem Programm. Duxton und Maxwell gehören zusammen, so unterschiedlich beide auch sein mögen.

Duxton ist in einem ehemaligen „Shophouse“ untergebracht, designt von Anouska Hempel, einem ehemaligen Bond-Girl („Im Geheimdienst Ihrer Majestät“), die als dominierende Farben Schwarz mit Gelb im ikonischen „East meets West Style“ gewählt hat. Hier ordiniert auch ein chinesischer Arzt; ein Termin kann leicht vereinbart werden – natürlich auch für jene Gäste, die im Maxwell wohnen, wo es übrigens einige Zimmer mehr und sogar einen Schwimmkanal gibt. Es ist schwierig, sich für eines der Hotels zu entscheiden, denn sie gefallen mir beide ausnehmend gut, ebenso wie Singapur, sicher & sauber, trotzdem lebendig und natürlich ein Shopping-Paradies sondergleichen. Sogar auf dem Flughafen warten unzählige Einkaufsmöglichkeiten, wo erst kürzlich das Jewel Changi Airport eröffnet hat, ein Shopping-Center mit dem höchsten Indoor-Wasserfall der Welt, verbunden mit drei Passagierterminals. Ein Blick lohnt sich!

Andrea Thomas, Kronen Zeitung

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