14.09.2019 14:22 |

History in Salzburg

Die verschwundenen Bäder in Stadt und Land

Die schlauen Bauern im Moos sind schuld, dass die Stadt Kurhaus und Bad bekam. Und in Hallein gab es ein Strandbad in Gamp. Die US-Armee nutzte es als Panzer-Waschstraße.

Das Moor und die heilende Erde zwischen Untersberg und Rainberg zogen schon vor 200 Jahren erste Besucher an. Napoleon hatte diese Kultur mitgebracht. 1865 wollte die Stadt das Geschäft nicht mehr den Bauern überlassen und beschloss, ein Kurhaus zu bauen. Dort, wo jetzt gerade ein neues samt dem Paracelsusbad entsteht. Die Bauern im Moor hatten einen schlechten Ruf: „Wer auf anständige Weise einen Selbstmord begehen will, darf nur in Kreuz- oder Leidbrückl gehen, verhungern oder verdursten, weil der Wirt lieber Fliegen fängt statt die Gäste zu verköstigen“, so ein bayrischer Gast schon damals in einem Leserbrief.

Das Kreuzbrücklbad in der Bräuhausgasse in Salzburg-Maxglan existierte von 1827 bis in die Sechzigerjahre, hatte hohe Besucherzahlen. Erst das neue „Lepi“ machte ihm den Garaus. Am Leopoldskroner Weiher gab es bis 1900 eine Militärschwimmschule des Rainer-Regiments, später ein öffentliches Bad. Auch Dichter Georg Trakl tauchte hier in die Fluten und lernte, wie man sich über Wasser hielt.

Auch das Marienbad an der Moosstraße (heute ein US-College) war bis vor 50 Jahren ein luxuriöses Kurhaus mit Badebetrieb.

Eine der größten Bade-Attraktionen aber hatte Hallein: 1928 wurde das moderne Strandbad an der Salzach eröffnet, es hatte eine zehn Meter hohe Wasserrutsche, die man sonst höchstens in Venedig am Lido fand. Busse fuhren von Salzburg alle 30 Minuten dorthin. US-Soldaten ruinierten nach dem Krieg das Becken, weil sie es als Panzer-Waschstraße missbrauchten. 1989 gab Herbert Grönemeyer auf dem ehemaligen Bad-Areal ein legendäres Konzert. Heute deckt dort eine grüne Wiese die Vergangenheit zu.

SPLASH! Die Ausstellung im Salzburger Panoramamuseum (9–17 Uhr) zeigt, wann und wo man in Salzburg einst baden ging.Sehenswert!

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