Außergewöhnlicher Job

Gedankenleser: Der Mentalist aus Wien

City4u - People
11.09.2019 15:53

„Früher hätten sie einen wie mich auf dem Scheiterhaufen verbrannt“, schmunzelt Harry Lucas. Der Wiener ist von Beruf nämlich Mentalist, ein Gedankenleser. Er selbst bezeichnet sich als „Entertainer, der Leute mit ihren eigenen Gedanken unterhält“. Mit seinen Shows im Kabarett Simpl, im Fernsehen oder auf privaten Events bringt er die Zuschauer zum Staunen. City4U hat mit Harry Lucas über seinen außergewöhnlichen Job gesprochen und sich von seinen faszinierenden Fähigkeit selbst überzeugt.

Mit fünf Jahren bekam Harry Lucas seinen ersten Zauberkasten. „Das war das Tor in diese Welt. Mich hat bei der Zauberei vor allem der psychologische Aspekt interessiert. Die Interaktion, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung. Mit 20 Jahren habe ich schließlich ein Buch über Mentalismus gelesen und mich dafür entschieden. Beim Mentalismus geht es um die Leute vor mir im Publikum. Das ist immer spannend.“

#Gedankenleser
Umgangssprachlich kann man einen Mentalisten auch Gedankenleser nennen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass sie weder über übersinnliche Kräfte verfügen, noch die Gedanken wirklich lesen können. Durch Suggestionstechniken, Gedächtniskunst, scharfer Beobachtungsgabe und anderen Standard-Techniken der Zauberkunst wirkt es für das Publikum aber so. „Psychologie ist ein wesentlicher Teil jeder Show. Man muss eine gute Menschenkenntnis haben und die richtigen Leute für die Nummern auswählen. Besonders spannend sind die, die sehr dagegen arbeiten wollen. Interessanterweise wird dadurch ihr Handlungsfenster kleiner und sie werden für mich vorhersehbarer", verrät der Künstler.

#Wer einmal lügt...
Neben der Psychologie ist vor allem die Körpersprache ausschlaggebend: „Der Körper lügt nicht. Die Körpersprache muss man aber immer im richtigen Kontext sehen. Wie reagiert man, wenn man an etwas Bestimmtes denkt, wie verändert sich der Körper, wenn man an etwas Anderes denkt. Das können fast unsichtbare Bewegungen wie ein kurzes Zucken, Blinzeln oder eine andere Körperstellung sein. Wenn jemand lügt, schaut er dem anderen zum Beispiel meist intensiver in die Augen, um zu deuten ,Glaub mir doch‘,“ 

#Telepathie
Manche seiner Kunststücke benötigen lange Vorbereitungszeit. „An meinem Telepathie-Trick habe ich acht Jahre lang gearbeitet. Dabei denken die Leute an eine persönliche Frage. Der Mentalist findet die Frage heraus und gibt zusätzlich auch gleich die Antwort darauf.“ Doch wie funktioniert das? „Es ist ein alter Trick aus dem 20. Jahrhundert. Ich habe dafür lange rechercheriert und er funktioniert genauso wie vor 100 Jahren. Die Menschen haben sich nicht wirklich verändert. Die grundlegenden Fragen sind die gleichen geblieben.“

#Wie geht das bloß?
Es ist aber auch schon mal passiert, dass ein Trick nicht geklappt hat. „Da lache ich einfach und mache weiter. Das gehört dazu“. verrät Lucas. Der Trick, den er in der City4U-Redaktion vorführt, gelingt jedoch. Ich halte eine Münze in der Hand. Der Mentalist muss erraten, in welcher. Er weiß es beim ersten Mal und auch beim zweiten. Beim dritten und vierten Versuch errät er es ebenfalls. Meine Augen haben die Position der Münze verraten, ebenso meine Handstellung und viele weitere Details, die einem Mentalisten sofort ins Auge stoßen. 

Wer sich von der Kunst des Mentalismus selbst überzeugen will, sollte das Kabarett Simpl oder das Casino Baden besuchen. Dort läuft ab 2020 Lucas neue Show „Fortuna“. 

September 2019

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