Gemeindebau-Theater

Hass im Netz wird zum Thema im Wiener Rabenhof

Laut einer Forsa-Studie aus dem Jahr 2018 gaben 78 Prozent der Internetnutzer an, bereits mit Hasskommentaren konfrontiert worden zu sein. Tendenz steigend. Jeder kann plötzlich der Betroffene sein. Dieses aktuelle Thema hat sich Klaus Oppitz, Kabarettist und Autor von „Wir sind Kaiser“, für sein neues Buch „Die Hinrichtung des Martin P.“ ausgesucht. Am Dienstag, 17. September findet die Erstpräsentation im Theater im Gemeindebau, dem Rabenhof, statt. Es lesen Klaus Oppitz und Katharina Straßer.

Was passiert, wenn aus einem Hassposting, das unter Alkoholeinfluss, Langeweile und dem Gefühl des Hasses auf die ganze Welt, entstanden ist, plötzlich Realität wird? Diese Frage stellt Klaus Oppitz in seinem neuen Roman „Die Hinrichtung des Martin P.“. Der Plot hat sich dabei sehr an die leider traurige Realität gehalten: In einer großen Wohnhausanlage tötet ein 17-jähriger Tschetschene ein kleines Mädchen. Martin Pietsch, 43 Jahre alt, arbeitslos, unglückliche Beziehung, postet frustriert und unter Alkoholeinfluss, dass er den Mörder selbst umbringen möchte. Dabei wird er beim Wort genommen. Er soll den Täter tatsächlich umbringen und bekommt dafür eine Menge Geld und einen festen Job. Das wäre die Lösung seiner Probleme. Aber das kann Pietsch doch nicht wirklich tun. Oder? Kann er doch?

Was würde passieren, wenn Verfasser von Hasspostings tun dürften, was sie schreiben? Wenn sie für ihre grausamen Wortspenden nicht nur johlenden, anonymen Zuspruch in der virtuellen Welt bekommen würden - sondern für die Ausübung? Oppitz liefert eine packende Erzählung über die allgegenwärtige Hasskultur um Netz, die sich immer mehr zu verbreiten scheint. Bei den 14- bis 24-jährigen haben sogar bereits 96 Prozent Hasskommentare wahrgenommen. Fast die Hälfte der in der Forsa-Studie Befragten hat den Eindruck, dass die Hasskommentare die sachlichen Postings überwiegen.

Es ist also an der Zeit, sich mit dem Thema mehr auseinanderzusetzen, sodass der Plot in Oppitz Buch nicht doch zur Realität wird und die Hassposter nicht von bösen Kommentaren zu graufenhaften Taten wechseln. Was dann passiert, präsentieren am 17. September Klaus Oppitz und Schauspielerin Katharina Strasser bei der Lesung von „Die Hinrichtung des Martin P.“. Der Abend ist auch gleichzeitig die Saisoneröffnung des Literatursalons im Gemeinbau im Rabenhof Theater im 3. Bezirk.

Was: Eröffnung des Literatursalons - Klaus Oppitz „Die Hinrichtung des Martin P.“

Wann: 17. September 2019

Wo: 3., Rabengasse 3

Eintritt: 18 Euro (Online oder Abendkassa)

September 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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