09.09.2019 05:29 |

600 Ärzte gesucht

Dauerthema Ärztemangel: So sieht’s in Salzburg aus

Österreichs Gesundheitssystem hat ein Personalproblem. Vor allem auf dem Land und in Spitälern gibt es zu wenige Ärzte. Im Wahlkampf schlagen Politiker daher Lösungen wie ein Stipendium für Medizinstudenten vor, die sich verpflichten, nach dem Studium in einem Dorf zu praktizieren. Auch die Zahl der Ausbildungsplätze soll verdoppelt werden. So erleben Salzburger Ärzte die Situation.

Laut der Ärztekammer Salzburg braucht das Bundesland in den nächsten Jahren 600 neue Mediziner. In der kommenden Dekade gehen 250 Kassenärzte in Pension: Das sind fünfzig Prozent aller Kassenmediziner in Stadt und Land! Dazu folgen ihnen 300 Spitalsärzte in den Ruhestand.

Von einer vorgeschlagenen Verdoppelung der Ausbildungsplätze hält der Präsident der Ärztekammer Salzburg, Karl Forstner, trotzdem nichts: „Neu ausgebildete Ärzte hätten wir frühestens in zehn bis zwölf Jahren. Und jeder Ausbildungsplatz kostet Geld, das woanders besser investiert wäre. Fünfzig Prozent der Mediziner sind Frauen. Wir müssen zum Beispiel Familie und Beruf leichter vereinbar machen.“ Darüber hinaus denkt Forstner vor allem an eine bessere Honorierung für den Beruf.

Situation auf dem Land besonders schwierig

Viele Stellen können nicht nachbesetzt werden. So kommen mehr Patienten auf weniger Landärzte. Und diese haben immer weniger Zeit für den einzelnen Menschen und seine Anliegen.

Christoph Fürthauer ist Allgemeinmediziner in Pfarrwerfen: „Einer meiner Nachbarkollegen ist vor sieben Jahren in den Ruhestand gegangen. Auf die Stelle hat sich nie jemand beworben.“ Dabei sei der Landarzt als zentraler Ansprechpartner eine wichtige Institution für eine Gemeinde. Er selbst hat keine Angst, dass seine Stelle einmal unbesetzt bleibt. „Ich habe Glück. Meine Tochter wird meine Praxis übernehmen. Sie schätzt die Verankerung in der Gemeinde genauso wie ich“, sagt Fürthauer.

Christoph Laible

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