04.09.2019 14:00 |

History in Salzburg

Alpenpass gab Café Großglockner seinen Namen

Das Salzburger Café Wernbacher sperrte 1935 auf: Damals hieß es „Kaffee Großglockner“. Denn in diesem Jahr wurde nach vier Jahren Bauzeit der schönste Alpenübergang eröffnet.

Umgerechnet etwa 71 Millionen Euro, eine damals unvorstellbare Summe, verschlang der Bau der Großglockner Hochalpenstraße in der Zeit zwischen 1931 und 1935. Der schönste Passübergang über die Alpen wurde aus der Not heraus geboren: Es gab damals 557.000 Arbeitslose in Österreich. Da ist es gut vorstellbar, welche Begeisterung der erste Sprengschuss auslöste, mit dem man am 30. August 1930 den Bau der Straße in Ferleiten startete.

3200 Arbeiter trieben die Straße durch den Fels
3200 Arbeiter fanden beim Straßenbau über den Glockner nicht nur einen heiß begehrten Arbeitsplatz, es wurde auch ein Spitzenlohn bezahlt – bis zum Dreifachen eines Lehrergehalts. 2,40 Euro betrug der Stundenlohn, wenngleich unter widrigsten Bedingungen geschuftet wurde. Drei Grad betrug die Temperatur hier im Jahresmittel, an 100 Tagen herrschten Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 150 km/h. Nur während der Sommermonate war eine Arbeit möglich.

Franz Wallack plante den Übergang, Salzburgs Landeshauptmann Franz Rehrl war die treibende Kraft hinter dem Projekt. Er hatte ursprünglich den Straßenbau mit einem riesigen Kraftwerksvorhaben verknüpft, das die AEG Berlin verwirklichen sollte, das Projekt scheiterte aber.

67 Millionen Besucher am Pass

Landeshauptmann Rehrl, ein fanatischer Autoliebhaber, ließ es sich nicht nehmen, bei erster Gelegenheit selbst mit einem Steyr 100-Pkw selbst die neue Alpenstraße zu bezwingen – am 22. September 1934, vor der offiziellen Straßeneröffnung am 3. August 1935. Mehr als 67 Millionen Besucher haben seither den 47,8 km langen Alpenübergang frequentiert, der bei der Edelweißspitze mit knapp über 2500 Metern seinen höchsten Punkt erreicht.

Beim Stöbern im Archiv hat Bernhard Huemer, Pächter des Traditions-Cafés Wernbacher an der Salzburger Franz-Josef-Straße, eine Entdeckung in Form einer alten Postkarte gemacht: „Unser Café hieß ursprünglich ’Kaffee Großglockner‘. Es hat 1935 aufgesperrt, als der neue Alpenübergang eröffnet wurde.“ Es hat sich seither wenig verändert, auch die großen Fenster gab es damals schon. Denn früher war das Lokal ein Möbelhaus, das seine schönsten Stücke in die Auslage stellte. Und gleich ums Eck ist in einem Nachbarhaus noch heute das Büro der Großglockner Hochalpenstraße

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber
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