Außergewöhnlicher Job

Gyrocopter-Pilot auf den Spuren von James Bond

Für Wolfgang „Doogie“ Spät geht es jede Woche hoch hinaus. Mit seinem Gyrocopter, ein Tragschrauber, bietet der selbstständige Werbegrafiker und Pilot Rundflüge über das Wiener Umland an. Die meisten kennen das Fluggerät wohl höchstens aus einem James Bond Film. Doch der Gyrocopter ist nicht das einzige Objekt, mit dem sich der Wiener in die Lüfte begibt. Auch mit dem Heißluftballon ist er unterwegs. City4U durfte eine Runde mitfliegen und mit ihm über seinen außergewöhnlichen Job sprechen.

„Ich habe mich immer schon für die Fliegerei interessiert. Einmal habe ich dann in einem Flugmagazin einen Gyrocopter entdeckt, den ich davor nur aus einem James Bond Film gekannt habe. 2006 habe ich schließlich einen gekauft“, erzählt Wolfgang Spät beim City4U-Talk am Flugplatz in Bad Vöslau. Auf seiner Homepage bietet er Gyrocopterrundflüge und Ballonfahrten an. „Das ist kein Alltagsjob, weil ich etwas anbiete, das den Menschen Freude macht. Es ist schön, wenn man die Leute erfreuen kann“, meint der 45-Jährige. Zahlreiche Jubiläumsfahrten und mehrere Heiratsantrag im Ballon hat er schon miterlebt.

Gyrocopter-Fliegen beschreibt Spät so: „Es ist wie Motorrad fahren, aber in der Luft.“ Das Gerät ist an allen Seiten offen, man spürt also den Wind. Da es keine Tragflächen gibt, hat man eine uneingeschränkte Sicht in jede Richtung. „Ein Tragschrauber, wie der Gyrocopter auf Deutsch heißt, zählt zu den sichersten Luftfahrzeugen. Der Hauptrotor ist während des Fluges nicht angetrieben und wird nur durch den Fahrtwind in Drehung gehalten. Am Heck gibt es einen Schubpropeller, der für den Vortrieb sorgt. Bei Motorproblemen gleitet man einfach ab. Landeplätze in der Not zu finden, ist ebenfalls einfach, da der Gyrocopter nur einen kleine Fläche braucht“, versichert Spät. „In Ungarn bin ich einmal mit dem Gyro auf der Landstraße gelandet, zur Tankstelle gefahren, habe Diesel nachgefüllt und bin wieder gestartet“, lacht Spät.

Dann geht auch schon der Flug los. Kurzer Check mit dem Tower in Bad Vöslau und der Rotor beginnt zu laufen, bis er die richtige Anzahl an Umdrehungen hat. Dann rollt der Gyrocopter los und steigt auf. „Das Gefühl ist unbeschreiblich. Man fühlt sich tatsächlich wie ein Vogel, weil keine trennende Wand da ist, wie man sie von anderen Flugzeugen gewöhnt ist“, beschreibt City4U-Redakteurin Viktoria Graf. Der Flug dauert 20 Minuten in denen enge Kurven geflogen werden, der Wind ins Gesicht peitscht und man die wundervolle Aussicht und Natur genießt. Das Besondere an einem Gyrocopter ist auch, dass man beliebig oft landen und sofort wieder steigen kann. Das macht besonders viel Spaß.

Zurück am Boden wird der Rotor geputzt: „Die Schicht der toten Mücken kann nach einer Zeit zur Gefahr werden. Ich reinige den Gyro nach jedem Flug sofort.“ Ein einwandfreies Aussehen des Fluggerätes strahlt auch Sicherheit aus. Immerhin hat Spät auch Kunden mit Flugangst: „Nach ein paar Minuten ist die aber meistens verflogen.“ Der Pilot selbst vertraut in das System, die Technik und sein Können. „Ich bin noch nie in eine Situation gekommen, in der ich Angst hatte, das etwas passieren könnte.“ Auch nicht beim Ballon fahren, obwohl man nach dem Abheben ein Spielball ist. „Man kann damit nur sinken und steigen. Man kann keine Richtung bestimmen und weiß nie, wohin man fliegen wird. Wenn man jedoch das Wetter und vor allem den Wind genau beobachtet, dann kann nichts passieren“, betont Spät. Immerhin hatte er schon über 1000 Fahrten - unfallfrei, natürlich.

September 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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