29.08.2019 08:00 |

Es wird fusioniert

Steirischer Tourismus hat zu viele kleine Verbände

Die Herausforderungen sind groß, die Strukturen oft noch sehr klein: Um die 110 Tourismusverbände gibt es in der Steiermark - eine stattliche Anzahl. Verstärkt kommt es nun aber zu Zusammenlegungen, um schlagkräftigere Einheiten zu schaffen. Im Schilcherland zogen die Verantwortlichen ein Jahr nach der Fusion positive Bilanz, auch rund um den Erzberg herrscht Aufbruchstimmung.

Graz? Quasi einen Katzensprung entfernt. Zotter Schokoladen in Riegersburg? Über die Autobahn leicht erreichbar. Selbst der Red-Bull-Ring ist als Ausflug gut zu schaffen.

Urlauber, die im weststeirischen Schilcherland nächtigen, denken natürlich weit über die Regionsgrenzen hinaus. Gerade internationale Gäste sehen die ganze Steiermark als Destination und nicht einen einzelnen Tourismusverband.

Noch immer Kirchturmdenken
Dennoch ist das Kirchturmdenken noch nicht völlig überwunden. „Davon wegzukommen, das dauert seine Zeit. Natürlich stößt man teilweise auf Widerstand“, sagt Ewald Zarfl. Er ist Obmann des Tourismusverbands Schilcherland Steiermark. Dieser entstand vor einem Jahr aus den beiden Verbänden Stainz-Reinischkogel und Deutschlandsberg und umfasst vier Gemeinden - aber nicht die gesamte Region Schilcherland. Dazu zählen nämlich auch noch die Tourismusverbände Lannach, Wies-Eibiswald und Schwanberg.

Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen ihnen gut ist und man einen einheitlichen Markenauftritt hat, zeigt dieses Beispiel, wie komplex die Strukturen in der Steiermark sind.

Zukunft liegt im Digitalen
Große Einheiten sind für die touristischen Herausforderungen - gerade im digitalen Bereich - besser gerüstet. Das zeigt auch die Ein-Jahres-Bilanz von Zarfl und Geschäftsführerin Stefanie Schmid: Die neue Website hat hohe Zugriffszahlen, Rad- und Wanderwege wurden digitalisiert, ein eigener „Coach“ soll die einzelnen Betriebe unterstützen. Eine weitere große Aufgabe: die Schaffung eines Ganzjahrestourismus, auch im Winter sollen mehr Gäste kommen.

Vier Verbände machten bisher das Gleiche
Eine noch größere Fusion gab es Ende des Vorjahres in der Obersteiermark. Die Verbände Erlebnisregion Erzberg, Palten-Liesing-Erlebnistäler, Herzbergland und Tragöß-Grüner See (in Summe zwölf Gemeinden) schlossen sich unter dem Namen Erzbergland zusammen. Vorsitzender Rudolf Tischhart: „Bisher haben alle vier Verbände das Gleiche gemacht.“ Nun soll effizienter und professioneller gearbeitet werden. Auch hier kommen “Coaches" zu den Betrieben, die teils noch gar keine Webseite haben.

Heuer ist ein Konsolidierungsjahr („es bedarf Zeit, bis die Mitarbeiter alle Betriebe kennen“), 2020 will man stark am Markt auftreten. Tischhart: „Die Befindlichkeiten der Kommunen, das Klein-Klein von früher, das soll’s nicht mehr geben.“

„Die Fusion war der einzig richtige Weg“
Für Tischhart war die Fusion „der einzig richtige Weg“. Und er fügt dazu: „Noch richtiger wären größere Einheiten.“ Seine Kollegen im Schilcherland stimmen uneingeschränkt zu.

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