Kampf gegen Aids

Forscher enträtseln Geheimnis hinter HIV-Immunität

Wissen
06.05.2010 12:41
Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben das Geheimnis natürlicher HIV-Immunität beim Menschen enträtselt. Offensichtlich ist ein bestimmtes Gen dafür verantwortlich, dass bei einem unter 200 Infizierten Aids nicht ausbricht.

Wie die Forscher nun herausgefunden haben, trägt ein Großteil dieser offenbar immunen Personen das Gen HLA-B57 in sich. Offensichtlich verfügen diese Menschen über eine gesteigerte Anzahl sogenannter T-Killerzellen, die zudem deutlich besser für den Kampf gegen HIV geeignet sind.

Diese Killerzellen erkennen körperfremde Proteine von Viren und Bakterien, die auf Körperzellen andocken, und schalten diese aus. Zuvor durchlaufen sie allerdings einen Auswahlprozess. Greifen die T-Zellen körpereigene Zellen an, werden sie zerstört, um zu verhindern, dass das Immunsystem gesundes Gewebe angreift.

Killerzellen sind kreuzreaktiv
Bei Menschen mit dem HLA-B57-Gen überleben aber mehr T-Killerzellen die Selektion. Zudem sind diese Zellen kreuzreaktiv, weshalb sie mehr als nur ein Protein auf infizierten Zellen erkennen können. Ein weiterer Vorteil dieser Abwehrzellen ist, dass sie auch mutierte HI-Viren erkennen können.

Wie die Forscher feststellten, hat das Gen HLA-B57 aber nicht nur positive Auswirkungen. Viele der Träger dieser Genvariante sind anfälliger für Autoimmunerkrankungen, weil die kreuzreaktiven T-Zellen öfters eine Reaktion gegen den eigenen Körper auslösen, als das andere tun.

Die Entdeckung stimmt die Experten trotzdem zuversichtlich, vielleicht einen Impfstoff gegen HIV entwickeln zu können. Schließlich besitze jeder Mensch einige wenige kreuzreaktive T-Zellen, die mit einer Impfung aktiviert werden könnten.

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