Der von einem Team um Sotiris Pratsinis vom Institut für Verfahrenstechnik entwickelte Sensor arbeitet so präzise, dass er den Azetongehalt in der Luft auf bis zu 20 ppb (Partikel pro Milliarde) genau feststellen kann. Gesunde Menschen atmen etwa 900 ppb Azeton aus, Diabetes-Patienten fast doppelt so viele.
Wie die Forscher im Fachmagazin "ACS Analytical Chemistry" berichten, besteht der Sensor aus einem Trägermaterial, das mit einem hauchdünnen Halbleiter-Film aus Wolframoxid-Nanopartikeln beschichtet wurde. Die Azetonmoleküle reagieren mit dem Wolframoxid und lösen dadurch zwischen Elektroden ein elektrisches Signal aus.
Stich in Fingerkuppe entfällt
Noch gibt es den Sensor erst als Prototypen. "Wir suchen derzeit einen Partner aus der Medizin, um daraus ein alltagstaugliches Messgerät zu entwickeln", so Pratsinis. Diabetes-Patienten könnten damit unkompliziert ihren eigenen Blutzuckerspiegel bestimmen - der Stich in die Fingerkuppe würde entfallen.
Auch auf den Notfallstationen von Spitälern könnte ein solches Gerät laut den Forschern gute Dienste leisten. Damit ließe sich einfach feststellen, ob ein Patient wegen eines Insulinmangels eine sogenannte Ketoazidose erlitt, eine lebensgefährliche Entgleisung des Stoffwechsels.
Pratsinis hofft, dass der neue Sensor in Zukunft auch benutzt werden kann, um andere Krankheiten im Atem nachzuweisen. Solche Methoden werden immer wichtiger, denn eine Analyse der Atemluft ist schnell, billig und einfach anzuwenden.
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