Spielsüchtige raubte

„Glücksspielgesetz hat noch große Lücken“

„Illegales Glücksspiel gefährdet Existenzen“ - Konsumentenschutz-Landesrat Rudi Anschober fordert die Schließung von Lücken im Glücksspielgesetz. Ein aktueller Vorfall in Schärding untermauert die Dringlichkeit. Dort überfiel eine Spielsüchtige (41) eine Seniorin (64), verjuxte einen Teil der Beute gleich am Automaten.

Eine 41-Jährige aus St. Aegidi stahl gegen 9.50 Uhr in der Nähe des Linzer Tores in Schärding einer 64-Jährigen, die mit ihrem Rollator unterwegs war, aus der Handtasche im Rollator-Korb die Geldbörse. Beim Diebstahl kam es zum Gerangel, bei dem die 64-Jährige auf die Fahrbahn stürzte und verletzt wurde.

30 Euro Beute
Ein 42-Jähriger aus Asten verfolgte die Beschuldigte mehrere Minuten bis zu einem Wettlokal und gab der Polizei telefonisch die Fluchtroute bekannt. Die 41-Jährige konnte wenige Minuten nach der Tat festgenommen werden. 6,40 der insgesamt 30 Euro Beute hatte sie bereits an einem Spielautomaten verspielt. Sie gab an, unter Spielsucht zu leiden und auch schon in Behandlung zu sein: U-Haft.

Automaten haben das größte Suchtpotential
Illegale Glücksspielautomaten haben sich vor allem in Oberösterreich zur wahren Landplage entwickelt. In manchen Linzer Stadtteilen gibt es in einem Umkreis von wenigen hundert Metern bis zu 60 illegale Apparate. „Diese Lokale werden ohne Glücksspiellizenz geführt, beschlagnahmte Automaten binnen Stunden durch neue ersetzt“, fordert Anschober ein besseres Gesetz. Suchtexperte Christoph Lagemann pflichtet ihm bei und nennt Rubbellose eine „Einstigsdroge“.

Christioph Gantner, Kronen Zeitung

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