Frau zeigt öffentlich:

Klaffende Löcher im Gesicht nach Solarium-Besuchen

Seit 1983 hat sich die Zahl der Menschen, die jährlich an Hautkrebs erkranken, verdreifacht - das sind rund 1600 Neuerkrankungen pro Jahr. Neben Muttermalen ist vor allem ein Umstand der Hauptverursacher dieser tückischen Krankheit: das Sonnenbaden, vor allem im Solarium. Um andere Personen zu warnen, sind drei Britinnen mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen und zeigen schockierende Bilder, was der Hautkrebs anrichten kann. City4U hat mit der Wiener Dermatologin Dr. Golnaz Delir über die Gefahr von Solarien gesprochen.

Klaffende Löcher in der Nase, krustige und eitrige Wunden im ganzen Gesicht und höllische Schmerzen - das richtet der Hautkrebs an. Doch daran will niemand denken, wenn er ein paar Mal pro Woche mehr Zeit als empfohlen im Solarium verbringt. „Nicht nur die natürliche Sonne, auch die künstliche UV-Strahlung im Solarium fördert das Entstehen von Hautkrebs. Laut WHO (World Health Organisation) haben Sonnenstudionutzer verglichen mit Menschen, die niemals in einem Sonnenstudio gewesen sind, ein deutlich erhöhtes Risiko an einem Hautkrebs zu erkranken“, betont Dermatologin Dr. Golnaz Delir vom Wiener Kuzbari Zentrum.


Seit 2010 darf man erst ab 18 Jahren in Sonnenstudios gehen, davor gab es diese Altersbeschränkung jedoch nicht. Wenn sich man als Jugendlicher auf die Sonnenbank legt, steigt das Risiko an Hautkrebs zu erkranken, jedoch um weitere 25 Prozent. Viele Frauen und Männner, die also viel Zeit in den 1990er- und 2000er-Jahren im Solarium verbracht haben - als die Fake-Bräuner total im Trend lag - kriegen in ihren Dreißigern und Vierzigern die Rechnung dafür präsentiert. Und die ist teuer.

Das gleiche Schicksal ereilte auch drei Britinnen. Nach jahrelangen, regelmäßigen Solariumbesuchen passierte das Unerwartete: Diagnose Hautkrebs. Alle drei haben die oft tödliche Krankheit überlebt, auch weil sie sie bereits sehr früh ereilt hat. Die Frauen waren zwischen 23 und 29 Jahre alt, als der Krebs ausbrach. Operationen, Bestrahlung, Chemo-Therapie, schreckliche Wunden im Gesicht, viel Leid. Das war das Ergebnis nach jahrelangen Sessions auf der Sonnenbank. Damit anderen Frauen nicht das Gleiche passiert, veröffentlichten sie ihre Fotos in den sozialen Medien um zu zeigen, was das vermeintlich harmlose Solarium auslösen kann.

Nicht nachvollziehbar ist für Delir eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität des Saarlandes: „Hier wurde ein ,kausaler Zusammenhang zwischen maßvoller Solariennutzung und einem erhöhten Melanom- Risiko nach aktueller Studienlage nicht erwiesen‘, aber was bedeutet schon maßvoll? Wollen wir hier etwa mit unserer Gesundheit scherzen und philosophisch werden?“ Laut dem Cancer Research Center UK ist das Melanom-Hautkrebsrisiko bei Menschen, die ein Solarium benutzt haben nämlich sehr wohl um 16 bis 25 Prozent höher, als bei jenen die keines besuchen. Das liegt daran, dass die Haut dort mit so starken UV-Strahlen bestrahlt wird, dass das Risiko für die Entwicklung eines malignen Melanoms (schwarzer Hautkrebs), der schwersten Form, steigt. Denn nur 20 Minuten im Solarium sind vergleichbar mit vier Stunden in der Mittagssonne am Mittelmeer. Aus diesem Grund stuft die WHO Sonnenbänke als ebenso gesundheitsgefährdend wie das Rauchen ein.

„Fakt ist künstliches Sonnenbaden bringt keinen medizinischen Benefit - es lässt unsere Haut schneller erschlaffen, führt zudem nur zu einer unzureichenden Produktion von Vitamin D und erhöht das Hautkrebsrisiko. Immerhin werden etwa fünf Prozent der Melanomerkrankungen in Europa durch Solariennutzung verursacht“, warnt die Wiener Dermatologin.

August 2019

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Viktoria Graf
Viktoria Graf
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mehr