22.08.2019 09:55 |

Heftige Kritik

ELGA behindert Salzburgs Mediziner bei der Arbeit

Die Einführung der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) bereit weiter Probleme: Vor allem in den Gebirgsregionen klagen Mediziner, wie berichtet, über System-Ausfälle. Die Ärztekammer übt nun scharfe Kritik und macht die Einführung von ELGA in Wien und Niederösterreich für die Pannen verantwortlich.

„Auch bei uns in Salzburg hat die Ausdehnung des ELGA-Teilprojektes e-Medikation auf die Bundesländer Niederösterreich und Wien durch offensichtlich nicht kalkulierte Datenmengen zu erheblichen Einschränkungen geführt.“ Das teilten der Salzburger Ärztekammer-Präsident Karl Forstner und Christoph Fürthauer von der Kurie der niedergelassenen Ärzte am Mittwoch per Rundschreiben allen Medizinern im Lande mit. Damit bestätigen sie einen „Krone“-Bericht vom vergangenen Montag.

Zwischen 27. Mai und 18. Juli gab es an neun Tagen Probleme: ständige Fehlermeldungen und Verzögerungen bei der Verschreibung von Medikamenten. Zum Teil sei in Ordinationen mit Hausapotheken „der Betrieb tatsächlich für Stunden zusammengebrochen“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Der Zweite Landtagspräsident Sebastian Huber (Neos) – er betreibt als Internist eine Praxis in der Stadt Salzburg – geht davon aus, dass die Dunkelziffer der System-Abstürze noch viel größer ist.

Die Ärztekammer will nicht akzeptieren, „dass ein offenbar teilweise unvollständig entwickeltes System die Patientenversorgung wesentlich behindert und enorme zeitliche Ressourcen bindet“. Ein Warnruf, denn nach der e-Medikation sollen elektronische Befunde und Impfpässe eingeführt werden. Damit würde die Datenmenge explodieren.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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