22.08.2019 06:00 |

Damals und heute

So sterben die Bäume: Grau blüht der Beton in Wien

Auf der einen Seite lässt sich die Politik für jeden gepflanzten Baum, jede kühle Gasse und Schlingpflanzen auf Wartehäuschen feiern. Auf der anderen Seite verschwinden unzählige Bäume still und heimlich aus dem Wiener Stadtbild, wie unsere Fotos zeigen. Im Kampf gegen die Klimakrise braucht es vor allem eines: mehr Ehrlichkeit.

Birgit Hebein hat als neue Vizebürgermeisterin viele Baustellen übernommen. Und so entstand am Mittwoch ein Foto, das im Wien-Wahlkampf wohl noch Verwendung finden wird: die grüne Nummer eins am Steuer eines Baggers. Die Presse war in der Zieglergasse zu einem symbolischen Spatenstich geladen: 24 neue Bäume, Sprühnebel, Trinkbrunnen & Co. sollen das Leben in den Hitzesommern erträglicher machen.

Mit Symbolik sind wir dieser Tage häufig konfrontiert. Bio-Erdäpfel werden medienwirksam beäugt, Umweltstadträtin Ulli Sima eröffnet feierlich zwei Schlingpflanzen auf einem Wartehäusl, fehlt nur noch, dass Bürgermeister Michael Ludwig vor laufender Kamera im Arkadenhof des Rathauses einen Bonsai-Wald pflanzt.

Grünflächen werden zu Asphaltwüsten
Und währenddessen werden in Wien Grünflächen für Asphaltwüsten vernichtet - oft ohne Ersatzpflanzungen. Die Fotos unten sind nur eine Auswahl. Sie zeigen die Vergrauung des Verteilerkreises und wie Bäume im Bereich der U-Bahn-Station verschwanden - und zwar großflächig.

Weitere Beispiele: Baumvernichtungsmaßnahmen bei der Gudrunstraße, bei Steinhof, in Neulaa usw. Zum Verteilerkreis heißt es von den Wiener Linien: „Uns war schon vor dem U-Bahn-Bau klar, dass dort unter der Ägide der Asfinag eine Verbauung geplant ist. Dass es dort zu einem Baustopp gekommen ist und in weiterer Folge keine Nachpflanzungen stattgefunden haben, liegt nicht in unseren Händen.“

Michael Pommer und Isabella Kubicek, Kronen Zeitung

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