20.08.2019 08:00 |

Tschetschene bestritt

Schutzgeld: Lokal in Innsbruck erpresst?

So etwas kennt man eigentlich nur aus Großstädten: Eine Innsbrucker Lokalbetreiberin zeigte an, dass ein Tschetschenen-Trio versucht haben soll, sie zur Zahlung von Schutzgeld zu zwingen. Beim Prozess am Montag tauchte das Opfer aber zum dritten Mal nicht auf - aus Angst? Am Ende gab es einen Freispruch im Zweifel.

Das Trio tauchte in dem Lokal in Bahnhofsnähe auf, verschwand im Klo, konsumierte aber nichts. Von der Chefin zur Rede gestellt, kam es zu einem aggressiven Wortgefecht, wobei der nun angeklagte 25-Jährige unter anderem fauchte: „Du hast Schulden bei mir, dafür wirst du bezahlen.“  Die Ungarin alarmierte daraufhin die Polizei, der Verdächtige mit auffälliger Schildkappe konnte schon kurz darauf in der Bahnhofshalle festgenommen werden. Das Verfahren wurde erschwert, weil die Lokalbetreiberin erneut nicht erschien. Auch ihre beiden Handys, auf denen sie das Gericht kurzfristig erreichen wollte, waren „tot“.

Lokalbetreiberin nicht da: „Sie hat wohl Angst“
Es könne sein, dass sie Angst vor weiteren Einschüchterungen durch die Tschetschenen habe, mutmaßte die Staatsanwältin. Der Verteidiger ließ hingegen anklingen, dass sie nicht gekommen sei, weil der Vorfall vielleicht gar nicht so dramatisch gewesen sei. Er verneinte auch eine konkrete Erpressung, weil ja nicht einmal ein Betrag genannt worden sei. Am Ende fällte die Richterin einen Freispruch im Zweifel - auch weil erhebliche sprachliche Barrieren zwischen Täter und Opfer bestanden, was Fehlinterpretationen begünstige.

Andreas Moser
Andreas Moser
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