15.08.2019 13:00 |

Segenreiches Wissen

Kleine Kräuterkunde zu Mariä Himmelfahrt

Ein besonderer Duft durchweht am Donnerstag zu Mariä Himmelfahrt viele Kirchen. Die Tiroler tragen bunte Buschen zur Kräuterweihe. Besuch bei zwei Fachfrauen, die vom segensreichen Zusammenspiel von Natur und Brauchtum erzählen.

Ein wilder Garten in Innsbruck-Arzl. Es blüht, es gedeiht, es wuchert. Die Natur schenkt derzeit reichlich. Kräuterfachfrau und Naturheilpraktikerin Barbara Kraxner aus Absam zeigt auf die üppige Pracht und beginnt zu erzählen: „Die Zeit vom 15. August bis 8. September nennt man ,die Dreißigen’. Kaum jemand weiß heute noch darüber Bescheid. Es ist die Zeit der höchsten Entfaltung unserer Pflanzenwelt. Kräutern werden jetzt die größten Heilkräfte zugeschrieben.“

Naturkunde trifft auf religiöse Tradition
Damit lässt sich verstehen, warum gerade jetzt die heilenden Pflanzen in die Gotteshäuser getragen werden. Auch wenn die Kirche eine andere Geschichte zu Mariä Himmelfahrt erzählt. Eine Legende aus dem 13. Jahrhundert berichtet von den Jüngern Jesu, die das Grab Mariens öffneten. Doch sie fanden keinen Leichnam, sondern nur mehr Blüten und Kräuter.

Ein typisches Beispiel dafür, wie eng Brauchtum, Religion und Natur verwoben sind. „Die Menschen spüren ja, dass es Verbindungen gibt. Aber viele haben den Zugang dazu verloren. Heute stehen fernöstliche Traditionen bei uns hoch im Kurs. Aber es fehlt die Brücke zur Natur, aus der sie entstammen. Wir müssen unserem eigenen Rhythmus nachspüren – in der Natur, die uns umgibt.“ Wenn Barbara Kraxner bei ihren Seminaren und Wanderungen diese Entwicklungen anspricht, dann geht vielen Teilnehmern ein Licht auf. Begleitet wird Kraxner bei ihren Ausflügen oft von Margit Gringl aus Innsbruck. Auch sie eine Kräuterexpertin: „Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, der findet das Kraut, das er braucht.“ Ein philosophischer Satz, eine schöne Vorstellung.

Ringelblume, Malve und Johanniskraut
Ringelblume, Johanniskraut, Malve, Mariendistel – in Gringls Garten wächst für jedes Wehwehchen ein Kraut. Wenn die Innsbruckerin ihre wilde Oase besucht, dann spaziert sie zuerst in Ruhe durch. Sie schaut, sie riecht, sie kostet. „So vieles machen wir heute nur noch mit dem Kopf. Wir verlernen dabei, unseren Sinnen zu vertrauen.“ Kraxner nimmt eine Malvenblüte und steckt sie in den Mund: „Das Wissen über die Kräuter geht verloren und die Menschen entwickeln regelrecht Angst davor. Dabei schlucken wir ohne Scheu Arzneimittel, von denen wir die Inhaltsstoffe auch nicht kennen.“

Zwei Pflanzen, eine Apotheke
Während die beiden Frauen die Kräuter zu einem Strauß binden, zählen sie deren Heilkräfte auf. „Mit etwas Johanniskrautöl und einer Ringelblumensalbe hat man schon eine wunderbare Hausapotheke“, sagt Kraxner. Ihr Rat für Kräuter-Neulinge: den Weg zurück zur Natur in kleinen Schritten tun. Ein Kräutergarten könne als Spielplatz dienen, um sich wieder mit Mutter Erde zu verbinden. Das Paradies ist aber die Natur vor der Haustür. Sich auf den Weg machen, sich begeistern – auch darum gehe es in der Kräuterkunde, beschreibt Kraxner spirituelle Zusammenhänge, die nicht allein mit dem Kopf zu begreifen sind: „Die Natur schenkt uns viel Heilsames. Wir dürfen sie jedoch nicht entzaubern.“

Informationen über die Seminare und Kräuterwanderungen von Barbara Kraxner im Internet: www.barbarakraxner.at

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