14.08.2019 10:47 |

Fünferbande

Verwaiste Igelchen suchten verzweifelt nach Mutter

Sie kamen sozusagen tröpferlweise: Insgesamt sechs Igelbabys sind über mehrere Tage aus benachbarten Gärten in Marchegg in die von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) gebracht worden. Von der Mutter fehlte jede Spur, sie war wahrscheinlich verunglückt.

„Die Bewohner der Gärten waren sehr aufmerksam und engagiert; ihnen ist aufgefallen, dass die Igelbabys offenbar verzweifelt ihre Mutter suchten. Daraufhin haben sie die Kleinen nach und nach eingefangen und in die EGS gebracht“, erzählt „Vier Pfoten“-Expertin Brigitte Kopetzky. Die Tiere waren winzig: Sie hatten ein Gewicht von lediglich 70 bis 80 Gramm und waren sehr schwach. Außerdem waren sie mit Fliegeneiern und -maden sowie mit Ameisen übersät. „Leider hat es eines der sechs Babys nicht geschafft, trotz unserer intensiven Behandlung“, sagt Kopetzky. „Es war schon zu geschwächt.“

Die anderen fünf Igelkinder haben sich aber erfreulicherweise gut erholt und entwickeln sich prächtig. In den vergangenen Tagen haben sie ihr Gewicht bereits verdoppelt. Verwaiste Igelbabys können ohne ihre Mutter nicht überleben und brauchen daher menschliche Hilfe. „Bevor man aber sicher sein kann, dass die Igelmutter nicht mehr zu ihren Jungen zurückkommt, ist es nötig, die Igelbabys aus sicherer Entfernung über einen längeren Zeitraum zu beobachten“, sagt Kopetzky. Denn ab einem Alter von ca. drei bis vier Wochen und einem Gewicht von ca. 200 Gramm verlassen Jungigel zeitweise alleine ihr Nest. Sie finden ohne Probleme wieder zurück und müssen unbedingt in Ruhe gelassen werden, denn die Igelmutter wartet auf die Kleinen.

Eulen- und GreifvogelstationIn half im Vorjahr 2098 Tieren
In der von „Vier Pfoten“ geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2018 2098 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

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