01.05.2010 09:01 |

Expo in Shanghai

Weltausstellung der Superlative öffnet ihre Pforten

Mit einem großen Feuerwerk, Wasserspielen und Lasershows ist am Freitag die Expo 2010 in Shanghai eröffnet worden. Zu der Feier war viel Prominenz in die Stadt gekommen, am Samstag wurde die Expo, die sechs Monate dauert, dann für Besucher geöffnet. Fast 200 Länder präsentieren sich mit Kultur und Technik, bis Oktober werden 70 Millionen Besucher erwartet. Die Expo als Weltausstellung der Superlative ist auch ein Vergnügungspark für die aufsteigende Weltmacht China.

Zu den Teilnehmern der Eröffnungsfeier gehörten der gastgebende Staatspräsident Hu Jintao, sein französischer Kollege Nicolas Sarkozy, der südkoreanische Staatschef Lee Myung Bak und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Auf der hochkarätig besetzten Gästeliste standen auch Karatefilm-Virtuose Jackie Chan, Schauspielerin Halle Berry, Starpianist Lang Lang und Opernstar Andrea Bocelli. Aus Österreich waren Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und Expo-Regierungskommissär Hannes Androsch angereist.

200 Staaten und 70 Millionen Besucher
Seit Samstag geben sich über 200 Staaten und Organisationen sechs Monate lang ein Stelldichein vor 70 Millionen Besuchern in der Super-Metropole. China lud die Welt zur Leistungsschau - oder ist diese in Shanghai inszenierte "Expo der Superlative" nicht viel mehr als eine Art Leistungsschau des modernisierungswütigen und rekordsüchtigen China gegenüber der Welt gedacht?

Teuer, teurer, am teuersten (doppelt so teuer wie Olympia 2008): Shanghai, dieses Schaufenster des Reichs der Mitte, soll auch Mittelpunkt der Welt werden. So wurde das U-Bahn-Netz in diesem Laboratorium der chinesischen Moderne für die Expo auf 420 Kilometer verdoppelt. "London (als erste U-Bahn-Stadt) hat für 400 Kilometer 150 Jahre benötigt", zieht der Chef der Expo zufrieden die Vorbereitungsbilanz.

"Wer nicht hier ist, ist weg vom Fenster"
Einst riefen die chinesischen Kaiser zum Kotau, jetzt riefen sie zur Expo. Wer wollte und konnte es sich da leisten, der kommenden Wirtschafts-Supermacht nicht seine Aufwartung zu machen? "Wer nicht hier ist, ist in China auf 50 Jahre weg vom Fenster", hatte im Vorfeld unsere Handelsdelegierte in China, heute Expo-Managerin, Birgit Murr, gewarnt. Österreich entschloss sich schließlich doch noch zur Teilnahme - mit einem Pavillon um 16 Millionen Euro. Chinas Führung hat das Plansoll mit 70 Millionen Besuchern festgelegt (dreimal mehr als bei früheren Expos): 400.000 Gäste täglich müssen die Pavillons bewältigen.

"Jeder Euro ist gut angelegt", versichern die heimischen Expo-Verantwortlichen Reinhold Mitterlehner, Christoph Leitl und Hannes Androsch unisono. Im Vorjahr waren Österreichs Gesamt-Exporte um 19 Prozent eingebrochen, nach China allerdings um 8 Prozent gestiegen! Das half, den Konjunktureinbruch und die Job-Verluste in Österreich abzufedern.

Großes Angebot im österreichischen Pavillon
"Lust machen auf Österreich" ist das Motto - touristisch (im Vorjahr kamen 150.000 Chinesen!) als auch wirtschaftlich. Das Angebot im Pavillon reicht von Sisi-Schönbrunn-Kitsch (Chinesen lieben Kitsch) bis zu multimedialen Wänden, Böden und Decken, auf denen (ganz im Sinne der neuen Generation Chinas) mit allen fünf Sinnen eine virtuelle Erlebniswelt interaktiv abgerufen werden kann. Darin vermittelt Österreich die Botschaft der Vereinbarkeit von Natur, Lebensqualität und Wirtschaftsleistung. Österreich hofft mit Umwelttechnologie (Energie- und Wassereffizienz) zu punkten, deren Dringlichkeit Chinas Führung erkannt hat. Der Pavillon bietet eine Plattform für Firmenpräsentationen und Standortwerbung.

Der Österreich-Pavillon in der dynamischen Form einer Welle signalisiert die österreichischen Farben Rot-Weiß-Rot und hat eine "Haut" aus Porzellan: sechs Millionen Mini-Kacheln - als Reverenz gegenüber den Chinesen, die das Porzellan nach Europa gebracht hatten. Das "A" für Austria wird auf der Expo ohne Querbalken dargestellt - wie das chinesische Schriftzeichen für "Mensch". Am 21. Mai ist Österreich-Tag auf der Expo.

von Kurt Seinitz (Kronen Zeitung) und krone.at

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