13.08.2019 18:21 |

Fund in Pompeji

Forscher legen „Schatzkammer eines Zauberers“ frei

In Italiens berühmtester Ausgrabungsstätte haben Archäologen einen ganz besonderen Fund gemacht, der ihnen einige Rätsel aufgibt: Im südöstlich von Neapel gelegenen Pompeji, im „Haus des Giardino“, legten sie eine Truhe mit exotischen Gegenständen frei, wie die Forscher berichteten.

Dazu gehörten unter anderem Kristalle und Gesteine, aus Knochen gefertigte Knöpfe, orientalische Käfer, Amulette, Puppen, Glocken, Miniatur-Penisse und sogar ein kleiner Schädel. Der Fund könne Teil einer Art „Schatzkammer eines Zauberers“ gewesen sein, sagte der Direktor der Ausgrabungsstätte Pompeji, Massimo Osanna, der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Gegenstände mit kultischem Hintergrund?
Die Experten vermuten einen kultischen Hintergrund: Einige Gegenstände galten als Glücksbringer, anderen wurde laut Osanna direkt die Fähigkeit zugeschrieben, Pechsträhnen zu beenden. Die Objekte könnten demnach in Ritualen zur Steigerung der Fruchtbarkeit und der Verführungskraft eingesetzt worden sein oder auch, um das Gelingen einer Schwangerschaft oder Geburt zu beschwören.

Wahrscheinlich hätten die Objekte nicht dem reichen Hausbesitzer gehört, sondern einem Diener oder einer Sklavin des Hauses, mutmaßte Osanna. Darauf deute hin, dass die Truhe keinerlei Gold enthielt, mit dem sich die damalige Oberschicht gern schmückte.

Im selben Ausgrabungsgebiet waren Archäologen erst jüngst auf eine Inschrift gestoßen, die Historiker veranlasste, das mutmaßliche Datum des Vesuv-Ausbruchs zu ändern, der die Stadt mit Glut, Steinen und Asche begrub - vom 24. August auf den 24. Oktober 79 nach Christus.

Zieht Jahr für Jahr Millionen Touristen an
Pompeji ist eine der berühmtesten Ausgrabungsstätten der Welt und gehört zu den meistbesuchten Attraktionen in Italien. Die Stadt war 79 nach Christus bei einem massiven Vulkanausbruch verschüttet worden, der Großteil der 20.000 Bewohner starb unter einer Schicht aus Lava, Schlamm und Asche.

Erst im 18. Jahrhundert wurden Spuren der vergessenen Stadt entdeckt - und zahlreiche gut erhaltene Leichen, noch in der Position, in der sie beim Vesuv-Ausbruch um ihr Leben gerungen hatten.

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