11.08.2019 09:30 |

Jeder 4. im Einsatz

Ohne Ehrenamt geht es nicht: Tirol hilft z’samm

Ein Gespräch. Ein Lächeln. Eine Hand, die einem angeboten wird. Jeder Vierte ist in Tirol ehrenamtlich tätig. Ohne diesen Einsatz wäre die Gesellschaft nicht nur um einiges ärmer, sie würde zu großen Teilen auch einfach nicht funktionieren. Seit der Gründung der Freiwilligenzentren 2015 steigt die Zahl der Ehrenamtlichen.

Vereine, Organisationen und Projekte, die helfende Hände brauchen, auf der einen Seite. Menschen, die sich engagieren wollen und nicht wissen, wo sie andocken sollen, auf der anderen. Ein Problem, das in Tirol vor vier Jahren erkannt und angepackt wurde. Als einziges Bundesland Österreichs gibt es hierzulande zehn Freiwilligenzentren, die beraten, vermitteln und vernetzen – und das wirkt, wie der Jahresbericht 2018 zeigt. Insgesamt 546 Menschen wurden im vergangenen Jahr erfolgreich vermittelt. „Im Durchschnitt sind es jährlich zwischen 800 und 1200 Freiwillige“, erklärt Andrea Fink vom Land Tirol.

Ehrenamt im Wandel
Insgesamt 980 Vereine und Organisationen befinden sich in der Datenbank der Freiwilligenzentren – von Patenschaften über Nachhilfe bis zur Begleitung alter Menschen sind die Einsatzmöglichkeiten kunterbunt und vielfältig. Das ist auch wichtig, denn das Ehrenamt sei im Wandel, wie Fink schildert: „Während man früher dem Rettungsdienst mit 20 beitrat und bis 60 blieb, wollen sich heute viele kurzfristig engagieren und die Tätigkeiten dem eigenen Leben anpassen.“

Seit heuer neu: Freiwilligenteams
Deshalb gibt es seit diesem Jahr die sogenannten Freiwilligenteams, ein Pool an Menschen also, die man kontaktieren und für kurzfristige Einsätze anfragen kann. Etwa für einen Fahrradausflug mit Klienten der Lebenshilfe.“ So werden häufig auch Berührungsängste abgebaut.

Unglaublicher Einsatz in den Blaulichtorganisationen
Die großen Organisationen wie etwa das Rote Kreuz oder die zahlreichen Feuerwehren sowie Sport- und Traditionsvereine im ganzen Land werden über die Freiwilligenzentren nicht vermittelt. Denn sie können sich in Sachen Ehrenamtliche meist sehr gut selbst organisieren. Aber auch hier wird ein beträchtlicher Teil für die Gesellschaft geleistet – die Größenordnung wird bei einem Blick auf die Zahlen schnell klar. Alleine in Tirol gibt es 337 Freiwillige Feuerwehren, alle 4600 Mitglieder der Bergrettung arbeiten ehrenamtlich, beim Rettungsdienst sind neben 500 hauptberuflichen rund 400 nebenberufliche Mitarbeiter. Auch alle 4200 Mitglieder der Wasserrettung arbeiten ehrenamtlich.

Landeshauptmann lobt das Engagement
Ohne diesen unglaublichen Einsatz wäre unsere Gesellschaft nicht nur um einiges ärmer, sondern würde zu großen Teilen wohl auch nicht funktionieren. Eine Tatsache, die auch Landeshauptmann Günther Platter anerkennt: „Das Ehrenamt ist eine der stärksten Säulen unserer Gesellschaft.“ Als Schirmherr der Freiwilligenzentren hat Platter großen Respekt vor den Leistungen: „Ohne die zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfer würden viele Bereiche – beispielsweise das Sozial- und Kulturwesen – nicht funktionieren.“

Bereichernd für beide Seiten
Gerade dahin vermitteln die Freiwilligenzentren am häufigsten. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen eine Bereicherung für beide Seiten: Martina etwa engagiert sich seit kurzem in einem Wohn- und Pflegeheim – und sagt: „Das Nothburgaheim wurde auch für mich ein Stückchen Heimat.“

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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