08.08.2019 19:18 |

Für mehr Realismus ...

Schockierend: Flüchtlinge an Filmset misshandelt

Ein schockierender Fall im Umgang mit Migranten in Malta beschäftigt derzeit die internationale Medienlandschaft. Am Set eines italienischen Films sollen etwa 60 Flüchtlinge misshandelt worden sein. Der Grund: Die Crew wollte so die Szenen realistischer erscheinen zu lassen. Die maltesische Filmkommission, die sich dafür einsetzt, dass Filme auf der Mittelmeerinsel gedreht werden, leitete bereits eine Untersuchung zu den Vorwürfen ein.

Die ursprünglich aus Afrika stammenden Migranten seien laut der Zeitung „Times of Malta“ als Statisten für den italienischen Film „Tolo Tolo“ angeheuert worden. Die Szenen mit ihnen hätten durch die Misshandlung realistischer wirken sollen. Unter der Betroffenen waren demnach vier Kinder.

Studnenlang ohne Wasser, Gang zur Toilette verwehrt
Die Zeitung berief sich auf Mitglieder der Filmcrew, die berichteten, die Flüchtlinge hätten sechs Stunden lang ohne Trinkwasser in der prallen Sonne auf einem Boot ausharren müssen. Der Gang zur Toilette wurde ihnen demnach verwehrt. Bei den meisten Betroffenen habe es sich um Nichtschwimmer gehandelt. Eine schwangere Frau sei in Panik geraten, woraufhin sie von den Filmemachern an Land gebracht worden sei, schrieb die Zeitung.

Vier Film-Mitarbeiter kündigten nach dem Zwischenfall
Mindestens vier Mitglieder der Filmcrew hätten nach dem Zwischenfall gekündigt, hieß es in dem Zeitungsbericht. „Sie lassen diese Flüchtlinge noch einmal erleben, was sie durchgemacht haben, und das ohne jegliche Sensibilität oder Betreuung“, sagte einer der ehemaligen Mitarbeiter.

Produktionsfirma weist Vorwürfe zurück
Die maltesische Produktionsfirma Halo Pictures, die die Aufnahmen auf Malta betreut, wies die Vorwürfe zurück und betonte, nicht gegen örtliche Gesetze verstoßen zu haben. Alle notwendigen Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen seien getroffen worden. Firmenchef Engelbert Grech sagte, die Anschuldigungen seien ein Sabotageakt eines verärgerten ehemaligen Mitarbeiters. Die italienischen Produzenten des Films sagten laut „Times of Malta“, die Anschuldigungen seien „aus dem Nichts gekommen“.

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