06.08.2019 09:11 |

Marktnische für Bauern

Steirer-Gras, das in den Himmel wächst

Mit Elefantengras besetzen clevere steirische Bauern eine absolute Marktnische - die Ernte könnte oft  schon verkauft werden, bevor sie überhaupt eingefahren ist. Funktioniert als Katzenstreu, im Garten, als Brennstoff, ist regional und ein „Schneckenschreck“.

deen muss man haben. „Meine Frau und ich haben vor zehn Jahren nach einer Alternative für herkömmliche Brennstoffe gesucht“, erzählt der Oststeirer Willi Fleck, einer der Miscanthus-Pioniere in unserem Bundesland. „Dabei sind wir auf Elefantengras gestoßen.“ Und draufgekommen: „Das kann richtig viel.“

Unzählige Versuche, auch in Zusammenarbeit mit der Uni für Bodenkultur in Wien, waren nötig - „dann hatten wir es heraußen. Wie man Miscanthus richtig erntet, optimal häckselt, wirkungsvoll entstaubt. Man hat dann ein Produkt, das viele Facetten hat.“

Und eine Menge Abnehmer, die mittlerweile Elefantengras-Jünger geworden sind. Fleck: „Ich könnte die Ernte schon verkaufen, bevor sie eingefahren ist, so groß ist das Interesse.“ Zehn Bauern arbeiten dabei eng zusammen. Mit fünf Hektar haben sie angefangen - jetzt sind es schon 40!

Aber das Elefantengras ist nicht einmal heimisch, oder? „Das hängt davon ab, wie man heimisch definiert. Es kommt ursprünglich aus China, ist aber seit Jahrzehnten in unseren Gefilden zu finden. Und es drängt heimische Pflanzen nicht zurück, weil es sich nicht über Samen vermehrt, sondern nur über Wurzeln, die gesetzt werden müssen.“

Das sei aber auch schon die einzige Arbeit, die man mit Elefantengras hat. „Ich fahre genau einmal im Jahr zum Acker. Es braucht keinen Pflanzenschutz, weder Gift noch Chemie. Es gedeiht unkompliziert und ist eine gute Alternative zu Mais, außerdem ist Elefantengras guter Erosionsschutz für die Böden, hält auch Hitze aus.“ Im ersten und zweiten Jahr sei die Ernte noch gering, „aber dann bekommt man aus dem einmal gesetzten Feld 25 Jahre lang Ertrag“.

Dem Gras kann man beim Wachsen zuschauen. Geerntet wird es erst im Frühling, bleibt im Winter also stehen. Und ist damit, was den Jäger Fleck besonders freut, „Sichtschutz und Deckung für Wildtiere in einer Zeit, in der viele Felder sonst brachliegen und es kaum Angebot gibt“. Außerdem: „Die Artenvielfalt in unserem Bereich ist sicher größer geworden, auch teils seltene Vögel finden ihre Brutstätten im hohen Gras.“

Wozu kann man es genau nutzen? Fleck erklärt, dass vor allem Pferde- oder Stallbesitzer seine Hauptkunden sind: „Weil es nicht oder nur wenig staubt, die Tiere es im Gegensatz zu anderem Einstreu nicht fressen, es Nässe gut aufnimmt und selbst beschmutzt kaum riecht.“ Iris Fritz-Pfeiffer übrigens, bekannte Biobäurin aus Großwilfersdorf, hat mit ihrem Freilaufstall für glückliche Kühe mit Elefantengras 2014 den Bundestierschutzpreis eingeheimst.

Von Bauer zu Bauer zum Endverbraucher

Zusätzich kann man das Gras auch als Streu fürs Katzenkisterl nehmen - und für den Garten: „Es verhindert das Austrocknen der Böden, Schnecken hassen es und verziehen sich. Es speichert Wasser bei Starkregen und gibt es langsam an den Boden ab. Beeren wachsen im Elefantengras-Erdgemisch auch“, so Fleck.

Und die Kosten? Fleck: „Wir arbeiten von Bauer zu Bauer, von Erzeuger zu Verbraucher, ohne Zwischenhändler - und damit ohne Zusatzkosten. Damit können wir auch günstig anbieten.“

Infos bei Willi Fleck aus Sebersdorf unter  0664/33 72 287

Christa Bluemel
Christa Bluemel

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