01.08.2019 18:50 |

Zurück in Provinz?

Istanbul will Tausende Syrer loswerden

Die türkischen Behörden haben in der Metropole Istanbul innerhalb von 20 Tagen rund 15.000 Migranten ohne Papiere aufgegriffen. Darunter seien 2630 Syrer, teilte das Istanbuler Gouverneursamt am Donnerstag mit. Der Bürgermeister hat Syrern, die nicht hier gemeldet sind, eine Frist bis 20. August gesetzt, um die Stadt zu verlassen. Ansonsten werden sie demnach in die türkische Provinz gebracht, in der sie gemeldet sind.

Die türkischen Behörden gehen seit Wochen verschärft gegen Migranten ohne Papiere vor. Syrische Flüchtlinge stehen in der Türkei unter temporärem Schutz, die Behörden haben aber auch ihre Politik gegenüber Syrern verschärft.

Die unregistrierten syrischen Flüchtlinge seien in Istanbul laut dem Gouverneursamt vorübergehend in Lager geschickt worden. Migranten anderer Nationalität seien in Abschiebezentren gebracht worden. Die nun erfolgte Drohung bezüglich einer Ausweisung hatte zu Besorgnis unter Syrern geführt.

Aktivisten protestieren gegen Ausweisungen
Unterdessen gab es in Istanbul zuletzt wütende Proteste von Aktivisten gegen die angekündigten Ausweisungen. Die Sicherheitskräfte verstärkten daher die Personalkontrollen in den Metrostationen, den Busbahnhöfen und in Vierteln, in denen viele Syrer leben.

Unregistrierte Migranten dürfen nicht beschäftigt werden
In der Erklärung des Istanbuler Gouverneursamts hieß es am Donnerstag weiter, man habe in den vergangenen 20 Tagen auch mehr als 7000 Geschäfte besucht und darüber aufgeklärt, dass unregistrierte Migranten nicht beschäftigt werden dürften. Diese Kampagne solle bis zum 25. August fortgesetzt werden. 

Türkei nahm seit 2011 rund 3,6 Millionen Syrer auf
Die Türkei hat nach offiziellen Angaben seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 rund 3,6 Millionen Geflüchtete aus dem Nachbarland aufgenommen. Rund 547.000 von ihnen sind nach Angaben des Gouverneursamts in Istanbul registriert. Experten schätzen, dass zusätzlich mehr als 300.000 Syrer in der Wirtschaftsmetropole leben, die in anderen Provinzen registriert sind. Außerdem gibt es eine unbekannte Zahl nicht registrierter Syrer. Viele arbeiten auf dem Bau, in Restaurants oder betreiben eigene Läden in der Stadt.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Vier-Tage-Woche & Co.
ÖGB fordert mehr Freizeit für Arbeitnehmer
Österreich
Hier im Video
Traumtor! Ein Ex-Austrianer begeistert die USA
Fußball International
„Rechtliche Schritte“
FPÖ-Wahlwerbung mit Kickl-Bild: Polizei wehrt sich
Österreich
Nach Wechsel-Streit
FIFA: Transfersperre für St. Pölten gilt bis 2020
Fußball National
Dank Spendenaktion
Hund in Ausbildung: Große Hilfe für kleine Lina
Niederösterreich
Grenzwertige Erfahrung
Witsel: Kranke Tochter brachte ihn zu Dortmund
Video Fußball
100 Mio. & drei Stars
PSG lehnt Reals Mega-Angebot für Neymar ab
Fußball International

Newsletter