27.07.2019 08:30 |

„Syrer“ aus der Türkei

Task Force der Polizei deckt Asylbetrug auf

Seit Jahresbeginn arbeitet auch in Salzburg die Task Force „Sozialleistungsbetrug“. Im ersten Halbjahr wurden bereits Dutzende Gaunereien aufgedeckt. Besonders dreist: Eine türkische Familie kam 2015 mit dem großen Flüchtlingsstrom. Die vermeintlichen Syrer erhielten bis heuer insgesamt mehr als 150.000 Euro.

„Manche Fälle sorgen für Kopfschütteln“, sagt Wolfgang Haim, einer der beiden Leiter der Task Force. Die türkische Familie reiste im September 2015 über die Balkanroute ein und stellte einen Asylantrag, nachdem sie erklärt hatte, aus Syrien zu stammen.

Erst im vergangenen März flog vor dem Bundesverwaltungsgericht die tatsächliche Identität auf. Bis dahin hatte die Familie vom Land Salzburg und der Krankenkasse Leistungen im Wert von insgesamt 156.321,50 Euro erhalten. Nun gibt es ein Verfahren wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs. Das war nicht der einzige Fall:

- Ein Asylwerber aus dem Irak bezog in Österreich Mindestsicherung, während er sich in Istanbul einer Schönheits-OP unterzog.

- Ein weiterer Iraker, der in der Grundversorgung lebte, fuhr mit einem 30.000 Euro teuren Mercedes bei der Polizei vor, um einen Diebstahl anzuzeigen. Seine Mutter hatte ihm ein dickes Bankkonto eingerichtet.

- Eine Asylwerberin aus Russland kassierte Mindestsicherung, während sie mehr als 100 Tage in der Ukraine war. Sie habe sich dort massieren lassen, erklärte sie.

62 Betrugsfälle klärte die Task Force in Salzburg auf. Gesamtschaden: mehr als eine Million Euro.

Aktuell konzentrieren sich die Ermittlungen auf den Tourismus: Dort werden ausländische Saisonkräfte oft abgemeldet. Behalten sie ihren offiziellen Wohnsitz in Österreich, haben sie Anspruch auf Arbeitslosengeld. Allerdings kehren viele bis zur nächsten Saison in ihre Heimatländer zurück.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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