27.07.2019 09:50 |

Durchgedrehte Helden

Serien-Knaller: So blutig ist „The Boys“ wirklich

Um Superhelden in ihr Schranken zu weisen, gibt es nur ein Mittel: Gewalt. „The Boys“ aus der Feder von Garth Ennis und Darick Robertson haben bereits im Comicformat bewiesen, das man Feuer nur mit Feuer bekämpfen kann und plätten soziopathische Superhelden jetzt auch auf den heimischen Bildschirmen. Die achtteilige erste Staffel von „The Boys“ wurde am 26. Juli bei Amazon Prime veröffentlicht. Wir haben einen Blick auf den neuen Knaller des Streaming-Dienstes geworfen.

Wie würde eine Welt aussehen in der Superhelden tatsächlich existieren? Und wie würde unsere Gesellschaft aussehen, wenn die Helden nicht die strahlenden Helfer wären, die wir bräuchten?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die neue Serie „The Boys“ der Amazon Studios. Den Grundsatz der Thematik kennt man bereits aus Verfilmungen wie „Watchmen“ und der leider erfolglosen Serie „Powers“. Die neue Comic-Verfilmung scheint zeitgleich aber auch dort anzusetzen wo die großen Häuser wie DC und Marvel längst vorhersehbar geworden sind. „The Boys“ ist auf dem Streaming-Dienst fast sofort ein Erfolg geworden und stellt einige unangnehme Fragen in Richtung seiner Konkurrenz und zeigt schon bald, das nicht alles was glänzt auch wirklich Gold ist.

(Anm. d. Red: Auch bei „Watchmen“ wird derzeit mit großen Schritten auf eine Serien-Verfilmung hingearbeitet.)

Kapitalismus ist schon etwas Schönes. Um noch mehr Geld einzufahren, gibt es Firmen wie „Vought“ die Superhelden erschaffen und lizensieren. Die Städte die zahlen erhalten vielleicht sogar Zugriff auf einen der „The Sevens“ - dem „Justice League“-Verschnitt der Serie und können sich so besser vor Kriminalität schützen. Die Geschichte in Gang bringt der nette Elektronikmarktverkäufer Hughie. Neben seinem Leben als Fan der „The Sevens“ ist er gerne mit seiner Freundin Robin unterwegs. Beides verliert er, als der Superheld „A-Train“ bei einem Kampf direkt durch die Freundin durchläuft und Hughie nur noch ihre Arme festhält.

Während „Vought“, um das Image ihrer Superhelden zu retten, versucht ihn zu einer Verschwiegenheitsklausel zu überreden, tritt Billy Butcher in sein Leben. Kongenial gespielt von Karl Urban, präsentiert der charismatische Anführer der „The Boys“ einen Weg für Hughie mit seiner Trauer und seiner Wut umzugehen. Er rekrutiert ihn für das inoffizielle CIA-Programm  „The Boys“ um die Superhelden besser unter Kontrolle zu haben.

Parallel entwickelt sich die Geschichte von Annie January, die als Siegerin aus einem Casting hervorgeht und nun als Superheldin „Starlight“ das neueste Mitglied der „Seven“ zu werden. Während sich in den ersten Minuten zeigt, was für ein Traum dieser Erfolg für sie ist, zeigt sich auch bald für sie die Tiefen des Abgrundes in den sie sich begibt. Wortwörtlich. „The Deep“, ein „Aquaman“-Verschnitt aus einem 1-Euro-Laden, erpresst sie zu Oralverkehr. Das möchte man nicht sehen, die klare Ansage die „The Boys“ damit aber trifft direkt in die Magengrube.

Alleine mit den ersten Folgen schafft es der Serienentwickler Eric Kripke alle relevanten Charakter vorzustellen und ein Bild von einer brutalen, von Geld beeinflussten Welt zu malen. Zwischen gelungener Musikauswahl und der Pervertierung von glatten Superhelden, liegt das Hauptaugenmerkt der Serie zum Glück auf den menschlichen Hauptcharaktern. Hier wird es blutig und brutal, wie man es sonst aus Serien wie „Preacher“ kennt.

Anna Krupitza
Anna Krupitza
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