25.07.2019 12:37 |

Gut für den Darm

100 Millionen Bakterien machen den Apfel gesund

„An apple a day keeps the doctor away“ (ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern), heißt es seit dem 19. Jahrhundert in einer englischen Redewendung. Wie verschiedene Studien zeigen, dürfte das in ihnen enthaltene Pektin den Cholesterinspiegel senken und eine gesunde Verdauung fördern. Zur letzteren positiv beitragen dürften - auch wenn es sich komisch anhört - auch jene rund 100 Millionen Bakterien, die ein Apfel in sich trägt, wie man nun an der Technischen Universität (TU) Graz herausgefunden hat.

Am Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz hat sich ein Forscherteam unter der Leitung von Gabriele Berg den Apfel als Forschungsobjekt ausgesucht, um die Diversität (Vielfalt) und die Anzahl der innewohnenden Bakterien zu untersuchen. Dazu hat es den Apfel in sechs Teilbereiche (Stiel, Schale, Fruchtfleisch, Stielende, Blütenansatz und Samen) unterteilt und außerdem Äpfel von Bio-Bauern mit konventionell gezüchteten Früchten aus dem Supermarkt verglichen.

Die Untersuchung zeigte, dass jeder Teilbereich des Apfels ein ganz spezifisches Mikrobiom (also die Gesamtheit aller Mikroorganismen ebendort; Anm.) beherbergt, dass sich sowohl in der Zusammensetzung als auch in der Anzahl der Mikroorganismen von den anderen Teilbereichen signifikant unterscheidet. Die meisten Bakterien finden sich der Studie zufolge in den Samen, gefolgt vom Fruchtfleisch, wohingegen die wenigsten Bakterien an der Schale zu finden sind.

Gerade die hohe Dichte an Bakterien in den Samen kam für die Forscher überraschend, weil man sehr lange Zeit gedacht hat, dass das Innere der Samen steril ist. Seit ein paar Jahren weiß man aber dass gerade das Samenmikrobiom, welches von der Mutterpflanze an ihre Nachkommen übertragen wird, sehr bedeutend für die Samenkeimung und die Entwicklung der Pflanze ist. Wer also einen Apfel mit Stumpf und 

Die Studie der TU Graz zeigte auch, dass sich das Mikrobiom eines Apfels aus Bio-Anbau signifikant von einem konventionellen Apfel unterscheidet: Beim Bio-Apfel ist das Mikrobiom demnach ausbalancierter und beherbergt völlig andere Bakterien als der konventionelle Apfel. Die Anzahl der Bakterien ist allerdings ungefähr gleich, d.h. man nimmt die gleiche Menge an Bakterien zu sich, allerdings völlig verschiedene. Verspeist man den ganzen Apfel, inklusive Kerngehäuse, nimmt man in etwa 100 Millionen Bakterien zu sich, isst man hingegen nur die Schale und das Fruchtfleisch, nur rund ein Zehntel davon.

Bio-Äpfel beherbergen völlig anderes Mikrobiom
Die Studie der TU Graz zeigte auch, dass sich das Mikrobiom eines Apfels aus Bio-Anbau signifikant von jenem eines konventionell angebauten Apfels unterscheidet: Beim Bio-Apfel ist das Mikrobiom demnach ausbalancierter und beherbergt völlig andere Bakterien als der konventionelle Apfel. Die Anzahl der Bakterien ist allerdings ungefähr gleich, d.h. man nimmt die gleiche Menge an Bakterien zu sich, allerdings völlig verschiedene.

Großteil der Bakterien im Kerngehäuse
Verspeist man den ganzen Apfel, inklusive Kerngehäuse, nimmt man in etwa 100 Millionen Bakterien zu sich, isst man hingegen nur die Schale und das Fruchtfleisch, nur rund ein Zehntel davon, so die Wissenschaftler.Welche Funktionen die Bakterien erfüllen - sowohl für die menschliche, als auch für die Gesundheit der Pflanze - müssen man erst genauer untersuchen. Auf jeden Fall ist rohes Gemüse und Obst sehr gesund, vermutlich auch aufgrund der Bakterien, die dort leben und für uns und unser Immunsystem wichtig sind.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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