24.07.2019 08:06 |

Illegale Rennen

Kameras an Hotspots sollen Autorowdys bremsen

Ihr Revier sind die Bundesstraßen. Ihre Treffpunkte meist Tankstellen oder Parkplätze. Ihr Motto: „Wer bremst, verliert“. Die Rede ist von Rasern auf der Suche nach dem Adrenalin-Kick. In Salzburg wird noch nach Lösungen gesucht, illegale Autorennen verhindern zu können. Gewiefter läuft es in Wien und Deutschland ab.

„5020er“ nennt sich eine Gruppe aus Salzburg, die sich nachts immer häufiger illegale Autorennen liefert. Die „PS-Junkies“ treffen sich gerne bei einer Tankstelle an der Innsbrucker Bundesstraße und steigen danach ordentlich in die Gaspedale. Und das auffällig oft in getunten BMWs.

Im Kopf sind einigen noch die schrecklichen Bilder des Horror-Unfalls im Herbst 2017 auf der B311 bei Saalfelden. Drei Schwerverletzte (ein Fahrer ist fast verbrannt, ein Mädchen querschnittsgelähmt) hat das Autorennen gefordert. Die Autos völlig zerstört, der Motor meterweit hinausgeschleudert. Die Beifahrerin filmte das Rennen mit ihrem Handy. Bis zu 230 km/h in der 100er-Zone brachten die Rowdys auf ihre Tachos. Dies hat Unfallforscher Gerhard Kronreif ausgewertet.

Unfallexperte sieht Lösung in Überwachung

Doch wie können solche Wahnsinnsfahrten verhindert werden? „In Deutschland werden die beliebten Hotspots bereits videoüberwacht. Dies wäre auch bei uns in Salzburg zielführend“, sagt Kronreif.

In Wien gibt es eine eigene Sondereinheit – die „Soko Raser“ – die sich speziell auf die Roadrunner konzentriert. Und eine Schnellrichterin hat die Befugnis, direkt Strafen zu verhängen. Zusammen mit Experten werden die aufgemotzten Autos direkt zur Prüfstelle beordert, die Wagen zerlegt und bei Verstößen umgehend stillgelegt.

In Wien gibt es eine eigene Sondereinheit - die „Soko Raser“ - die sich speziell auf die Roadrunner konzentriert. Und eine Schnellrichterin hat die Befugnis, direkt Strafen zu verhängen. Zusammen mit Experten werden die aufgemotzten Autos direkt zur Prüfstelle beordert, die Wagen zerlegt und bei Verstößen umgehend stillgelegt.

In Hamburg ist seit September 2017 die sogenannten „Soko Autoposer“ ebenso mit Streifenwagen vermehrt im Einsatz, um das Aufheulen der Motoren einzudämmen. 1300 Fahrzeuge wurden seither aus dem Verkehr gezogen.

In Salzburg hingegen müssen Polizisten die Raser direkt bei einem Rennen ertappen, um handeln zu dürfen. Mit einem Radarfahrzeug werden die illegalen Tuner gejagt. Die klassischen Rennstrecken sind bekannt (siehe Grafik). Der Lungau ist übrigens der unauffälligste Bezirk in Sachen illegaler Wettfahrten.

Sandra Aigner
Sandra Aigner
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