17.07.2019 22:16 |

„Nachlässigkeit“

Ermittlungen wegen Adoption durch schwules Paar

Russlands Justiz hat Ermittlungen wegen der Adoption durch ein homosexuelles Paar eingeleitet. Die in dem Fall zuständigen Moskauer Sozialarbeiter würden der „kriminellen Nachlässigkeit“ verdächtigt, teilte das russische Untersuchungskomitee am Mittwoch mit. Es geht demnach um zwei Buben, die 2010 adoptiert worden waren. Den Sozialarbeitern drohen Geldstrafen oder gemeinnützige Arbeit.

Die Ermittlungen beträfen bisher nicht die Familie an sich, sagte der Anwalt Maxim Olenitschew, der sich in Russland für die Rechte Homosexueller engagiert. Sollten die Sozialarbeiter für schuldig befunden werden, könnten die Behörden aber eventuell die Annullierung der Adoption fordern, sagte Olenitschew. „Wir halten das für unzumutbar.“ Die beiden Jugendlichen seien mittlerweile Teenager.

„Propaganda nichttraditioneller Werte“
Zudem wirft das Untersuchungskomitee dem schwulen Mann, der die Kinder adoptiert hat, „Propaganda nichttraditioneller Werte“ gegenüber Minderjährigen vor. Der Vorwurf basiert auf einem umstrittenen Gesetz von 2013, das positive Äußerungen über Homosexualität unter Strafe stellt.

Adoptionen durch homosexuelle Paare sind in Russland nicht verboten, weil diese gar nicht die Möglichkeit haben, ihre Partnerschaft offiziell anerkennen zu lassen. Allerdings hat Russland die Adoption russischer Kinder durch ausländische homosexuelle Paare und alleinstehende Personen aus Ländern, in denen Homosexuelle heiraten dürfen, verboten.

Homosexualität war in Russland bis 1993 verboten, bis 1999 stand gleichgeschlechtliche Liebe auf der Liste der Geisteskrankheiten.

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