17.07.2019 11:30 |

Im „Krone“-Interview:

Frühere Bürgermeisterin analysiert Kofel-Fiasko

Bei der früheren Bürgermeisterin und jetzige Vize-BM Christine Oppitz-Plörer liefen bei dem aus dem Ruder gelaufenen Neubau der Patscherkofelbahn alle Fäden zusammen. Das Projekt sei nicht so gut gelaufen wie andere, meint sie. 

Zuerst 34, dann 41, dann 58, dann 66 Millionen für die Patscherkofelbahn. Was ist da schiefgelaufen?
Es wird viel mit Zahlen jongliert. Die Ausgangsbasis für das Gesamtprojekt liegt bei 55,33 Millionen Euro. Es sind bis jetzt 62,9 Millionen abgerechnet, das ist eine Abweichung zum vom Gemeinderat beschlossenen Budget von 13,7%.

Das ist also keine Kostenexplosion?
Ich möchte die Zahlen richtig einordnen. Beim ursprünglichen Beschluss 2015 waren Kostenteile wie Planungen etc. nicht enthalten. Der Fehler war sicherlich auch, 2017 nicht auch gleich 20% Reserven miteinberechnet zu haben.

Sind die 13,7% Mehrkosten jetzt keine Nebelgranate, wenn 1. noch nicht alles abgerechnet ist, 2. Teilprojekte nicht mehr enthalten sind und 3. ursprünglich von 30 Mio. € ausgegangen wurde?
Wir können nur anhand von abgerechneten Auftragsvergaben Vergleiche ziehen. Bei anderen Großprojekten sind 20% Reserve bereits eingerechnet und nach aktuellen Schätzungen liegen wir bei 16%. 

Was kommt kostenmäßig noch alles auf Innsbruck zu?
Ganz wichtig ist uns als Fraktion die Rodelbahn, die in einer günstigen Variante mit 700.000 Euro zu realisieren ist und der Parkplatz, der wichtig ist für eine noch bessere Auslastung. Wie die ,Krone’ bereits berichtet hat, ist die Besucherfrequenz stark gestiegen. Man wird heuer mit einem sechsstelligen Überschuss abschließen.

Hat der Architektenwettbewerb das Projekt verzögert und verteuert?
Meine Herangehensweise war, keinen Wettbewerb durchzuführen. Der Gemeinderat hat auch beschlossen, dass durch den Neubau keine Saison verloren gehen darf, das war eine Forderung von FP und VP. Das Zeitdiktat hat sich auch daraus ergeben. Unser Zugang als Fraktion war: Ein Jahr später mit dem Bau beginnen und dafür genau zu planen.

Was waren also die Kardinalfehler aus ihrer Sicht?
Dass man nicht in Kauf genommen hat, auch wirklich Saisonschließungen zu haben und nicht vehementer darauf gedrängt zu haben, dass man mehr Zeit in die Planung investiert. Als Bürgermeister muss man den Willen des Gemeinderates vollziehen. Mit mehr Zeit hätte auch eine umfassende begleitende Kontrolle installiert werden können. Das wäre mit Sicherheit der bessere Weg gewesen.

Sind Sie von den beiden Geschäftsführern immer richtig informiert worden?
Die Gremien sind informiert worden, wenn gesicherte Daten vorgelegen sind. Es hat Anmeldungen von Mehr- und Minderkosten gegeben. Vor einem Jahr war ein sehr großer Teil der Rechnungen offen.

Die alte Pendelbahn hätte um einen Bruchteil saniert werden können. Fünf Millionen Euro werden kolportiert.
Das ist nicht richtig. Es wären 15 Millionen nur für die Pendelbahn gewesen, das steht schwarz auf weiß im Kontrollamtsbericht. Die jährlichen Abgänge betrugen von 1,5 bis 2 Millionen Euro jährlich.

Das Projekt war irrsinnig teuer und die Bahn ist windanfällig ohne Ende. Eine Fehlplanung?
Die Bahn hat eine immense Frequenzsteigerung gebracht. Die Erlöse bzw. der operative Überschuss beweisen, dass die Grundsatzentscheidung richtig war.

Wer trägt die politische Verantwortung?
Ich sehe die Verantwortung für eine gesamte Periode. Und da haben wir Projekte realisiert, die weit unter den Kosten geblieben sind. Daraus ergibt sich gesamthaft betrachtet eine absolut positive Bilanz!

Philipp Neuner
Philipp Neuner

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