15.07.2019 09:00 |

Milliardenschäden

Angriffe aus dem Netz: Steirer-Firmen im Visier

Zwei Milliarden Euro Schaden - und Jahr für Jahr steigt der Betrag. Auch wenn es viele nicht aussprechen wollen: Die Internetkriminalität „boomt“! Die steirische Wirtschaftskammer greift Unternehmen nicht nur mit einer Hotline unter die Arme, auch ein Planspiel wurde jüngst ausgerichtet. Und das hatte es in sich.

Norske Skog, XAL, Stahl Judenburg, Sappi oder die Steinbruch-Brüder Rath: Der Bogen der teilnehmenden steirischen Betriebe spannte sich über zahlreiche Branchen. Denn: Die Internetkriminalität macht vor keinem Halt. „Es betrifft große, mittlere und kleine Betriebe. Niemand ist mehr vor einer Attacke sicher“, warnt Josef Herk, Präsident der Wirtschaftskammer, daher immer und immer wieder eindringlich.

Veränderte Mischmengen
Und so wurden bei dem Planspiel, bei dem die „Steirerkrone“ spionieren durfte, harte Geschütze aufgefahren. 30 völlig unterschiedliche Szenarien wurden geübt. Neben alltäglichen Internet-Problemen, die die Firmen betreffen können (eine österreichische Großbank muss beispielsweise jeden Tag an die 100.000 Hacker-Angriffe abwehren), ging es auch um veränderte Mischmengen in der Produktion, eine Bombendrohung und einen Schusswechsel am Betriebsgelände und einen Verkehrsunfall der eigenen Kinder: Die Teilnehmer wurden mit allen möglichen Bedrohungen konfrontiert.

„Wie reagiere ich jetzt?“
„Wir wollten bewusst den Stresspegel erhöhen, damit man die Reaktion der Mitarbeiter erkennt. Der Sinn der Übung ist es ja auch, über Cyber-Angriffe hinauszugehen. Es kann schon reichen, wenn ein wildfremder Hund auf meinem Betriebsgelände herumläuft und ich mich die Frage stellen muss: Wie reagiere ich jetzt?“, betont Gerald Kortschak, der Geschäftsführer des IT-Unternehmens Sevian7, der die Übung mit seinen Kollegen penibel geplant hat.

„Gehört ein Umdenken her“
Betroffen von einem Hacker-Angriff ist de facto jeder Betrieb in der Steiermark. „Wenn etwas passiert ist, soll man sich an die Cyber-Security-Hotline wenden. Da wird einem weitergeholfen. Aber in jedem Betrieb sollte auch ein IT-Fachmann sein, der sich darum kümmert, dass Drucker und Rechner funktionieren - da gehört ein Umdenken her. Für die kritischen Sachen hole ich mir dann natürlich einen Spezialisten“, meint Kortschak.

Alexander Petritsch
Alexander Petritsch
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