11.07.2019 10:39

Versuche an Mäusen

Antibiotika machen anfälliger für Grippeviren

Antibiotika können die Lunge anfälliger für Grippeviren machen. Wie eine Studie mit Mäusen zeigt, breiten sich die Influenza-Erreger nach einer Antibiotika-Behandlung deutlich rascher aus, was zu erheblich schlimmeren Infektionen und Symptomen führt. Für die Forscher ein weiterer Beleg, das entsprechende Medikamente nicht leichtfertig verschrieben werden sollten.

Wie ein internationales Forscherteam nun herausgefunden hat, zerstören Antibiotika nicht nur krankmachende Keime, sondern schädigen auch jene nützlichen Bakterien im Darm von Mensch und Tier, die bei der Verdauung helfen und zudem eine entscheidende Rolle bei der Abwehr von Grippeviren spielen.

„Wir haben herausgefunden, dass Antibiotika eine frühe Stufe der Grippeabwehr auslöschen können“, wird Andreas Wack vom an der Studie beteiligten Francis Crick Institute in London in einer Aussendung zitiert. Demnach haben Mäuse, denen zuvor mehrere Wochen Antibiotika verabreicht wurde, nach einer Infektion mit Grippeviren, fünfmal mehr Influenza-Erreger in der Lunge als Mäuse einer Kontrollgruppe.

Erhielten die Nager zunächst Antibiotika und später mittels Stuhltransplantation wieder Darmbakterien, funktionierte die Virenabwehr wieder ganz normal. Laut Angaben der Forscher geht von den Darmbakterien ein noch unbekanntes Signal an Zellen in der Lunge anregt, spezielle Proteine zu bilden, die verhindern, dass sie von den Grippeviren gekapert werden.

„Zweckwidrige Antibiotika-Gaben töten nicht nur die nützlichen Darmbakterien, sie fördern auch Resistenzen und könnten uns anfälliger für Grippeviren machen“, warnt Wissenschaftler Wack. Von 2000 bis 2015 habe die Verwendung von Antibiotika weltweit um 65 Prozent zugenommen, so die Forscher.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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