10.07.2019 16:57 |

Zoidl Sechster

Belgier Hermans nach Glocknersieg Ö-Tour-Führender

Der Belgier Ben Hermans hat auf der Glockneretappe den längsten Atem gehabt. Der Vorjahressieger der Österreich-Radrundfahrt triumphierte am Mittwoch auf der 4. Etappe der 71. Auflage bei der Bergankunft beim Fuscher Törl und übernahm als Glocknerkönig auch die Gesamtführung. Riccardo Zoidl bleibt nach einem sechsten Platz die leise Hoffnung auf einen Podestplatz.

Hermans hatte im 13,2 Kilometer langen Schlussanstieg im Ausscheidungsrennen gegen die Profis der WorldTour-Teams das bessere Ende für sich. Der Kolumbianer Winner Anacona (Team Movistar) attackierte mehrfach, doch der 33-jährige Hermans hielt in den Kehren bis zum Ziel auf 2428 Meter Höhe stets dagegen. Am Ende setzte er sich fünf Sekunden vor dem Australier Ben O‘Connor durch. Ex-Vuelta-Etappensieger Anacona lag als Dritter acht Sekunden zurück.

Für Hermans, Fahrer des Teams Israel Cycling Academy, war es ein wichtiger Erfolg nach einer langen Durststrecke wegen einer beim Fleche Wallonne Ende April erlittenen Knieverletzung. „Ich hatte einen Kilometer vor dem Ziel Probleme und wollte den Sieg schon O‘Connor überlassen. Doch dann ist er explodiert und ich habe die Chance mit beiden Händen ergriffen“, sagte der Flame nach seinem zweiten Etappensieg bei der Ö-Tour nach dem Kitzbüheler Horn 2018.

„Der Glockner ist ein schöner Berg, um zu gewinnen, diese Chance bekommt man nur einmal im Leben.“ Zoidl musste die Überlegenheit von Hermans sowie je zwei Profis von Movistar und Dimension Data anerkennen. „Ich war eine Minute langsamer, das muss man akzeptieren“, sagte der 31-Jährige vom CCC-Rennstall. „Hermans und Anacona haben einen extrem starken Eindruck gemacht, aber dahinter ist noch ziemlich alles offen. Ein Podestplatz in der Gesamtwertung wäre super.“

Mit seiner Leistung war Zoidl zufrieden. Er war zunächst etwas zurückgefallen, hatte aber „mit einem Gewaltakt“ wieder den Anschluss geschafft. Bei Anaconas Attacke vermochte er nicht zu folgen. Die Hoffnung, er würde die Gruppe noch einholen, erfüllte sich nicht. „Sie waren einfach zu stark. Ich habe alles für die letzten zwei Kilometer gespart, da habe ich noch richtig guten Druck auf das Pedal gebracht.“ Auf den dritten Gesamtrang fehlte dem Oberösterreicher allerdings fast eine Minute.

Vorzuwerfen hatte sich Zoidl nach der Klettertour zum höchsten Punkt der Rundfahrt aber nichts. „Ich habe es gut gemanagt, mehr war nicht möglich.“ Nach der 5. Etappe von Bruck an der Glocknerstraße über den Gerlospass und die Bergwertung bei Niederau nach Kitzbühel folgt am Freitag das Tour-Finale mit der Bergankunft beim Alpenhaus am Kitzbüheler Horn.

Das Ergebnis:
1. Ben Hermans (BEL) Israel Cycling Academy 3:01:32 Std.
2. Ben O‘Connor (AUS) Dimension Data +0:05 Min.
3. Winner Anacona (COL) Movistar +0:08
4. Eduardo Sepulveda (ARG) Movistar +0:23
5. Stefan de Bod (RSA) Dimension Data +0:38
6. Riccardo Zoidl (AUT) CCC +1:01
7. Victor de la Parte (ESP) CCC +1:18
8. Amanuel Gebreigzabhier (ERI) Dimension Data +1:24
9. Alexander Wlasow (RUS) Gazprom - gleiche Zeit
10. Jose Manuel Diaz (ESP) Vorarlberg Santic +1:38
Weiters:
24. Daniel Geismayr (AUT) Vorarlberg Santic +4:47
29. Sebastian Schönberger (AUT) Neri Sottoli +6:35
32. Stephan Rabitsch (AUT) Felbermayr Wels +7:50
37. Hansjörg Leopold (AUT) Maloja Pushbikers +9:32

Der Stand in der Gesamtwertung:
1. Ben Hermans (BEL) Israel Cycling Academy 15:32:23 Std.
2. Ben O‘Connor (AUS) Dimension Data +0:08 Min.
3. Winner Anacona (COL) Movistar +0:13
4. Eduardo Sepulveda (ARG) Movistar +0:34
5.
Stefan de Bod (RSA) Dimension Data +0:47
6. Riccardo Zoidl (AUT) CCC +1:10

7. Victor de la Parte (ESP) CCC +1:33
8. Amanuel Gebreigzabhier (ERI) Dimension Data +1:35
9. Alexander Wlasow (RUS) Gazprom +1:40
10. Jose Manuel Diaz (ESP) Vorarlberg Santic +1:56
Weiters:
24.
Daniel Geismayr (AUT) Vorarlberg Santic+5:06
28.
Sebastian Schönberger (AUT) Neri Sottoli+6:41
30. Stephan Rabitsch (AUT) Felbermayr Wels +8:04
35.
Hansjörg Leopold (AUT) Maloja Pushbikers+9:45

Die „Glocknerkönige“ der Ö-Tour seit 1996:
1996 - Tour ohne Glockner
1997 - Frank Vandenbroucke (BEL)
1998 - Boris Premuzic (SLO)
1999 - Tour ohne Glockner

2000 - (zwei Mal Glockner) Daniele Nardello (ITA) und Maurizio Vandelli (ITA)
2001 - Ivan Basso (ITA)
2002 - Tour ohne Glockner
2003 - Tour ohne Glockner

2004 - Tomas Konecny (CZE)
2005 - Juan Miguel Mercado (ESP)
2006 - Bernhard Kohl (AUT)
2007 - Christian Pfannberger (AUT)
2008 - Gerrit Glomser (AUT)
2009 - Koos Moerenhout (NED)
2010 - Riccardo Ricco (ITA)
2011 - Alexandre Geniez (FRA)
2012 - Jakob Fuglsang (DEN)
2013 - Mathias Frank (SUI)
2014 - Gregor Mühlberger (AUT)
2015 - Felix Großschartner (AUT)
2016 - Jan Hirt (CZE)
2017 - Pieter Weening (NED)
2018 - Pieter Weening (NED)
2019 - Ben Hermans (BEL)

krone Sport
krone Sport
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 08. April 2020
Wetter Symbol

Sportwetten

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.