08.07.2019 07:00 |

800 Unterstützer dabei

Bergauf-Tour mit Kurz startete in Seefeld

800 Unterstützer waren auf Schritt und Tritt dabei, als Sebastian Kurz am Sonntag in Seefeld seine österreichweite Wandertour startete. Ein Selfie-Marathon, begleitet von zigfachen Wünschen, den Kanzlersessel zurückzuerobern.

Am Ende war es unmöglich zu sagen, wie viele Selfies es entlang der 518 Höhenmeter waren. Nicht zu zählen auch die aufmunternden Worte für den Wahltag am 29. September, nicht zu zählen die eindringlichen Wünsche der Fans, dass nur ER wieder Bundeskanzler sein könne. ER ist Ex-Regierungschef Sebastian Kurz. Im anlaufenden Wahlkampf führte ihn die erste „Bergauf, Österreich“-Tour nach Tirol, zur Rosshütte in Seefeld. „Die grauen Regenwolken haben mich um 7 Uhr Früh fragen lassen, ob es nicht eine bloße Fahrt mit der Standseilbahn wird“, stöhnte VP-Tirol-Parteimanager Martin Mallaun. Doch letztlich war das Wetter zum Wandern ideal.

Wandertag startete mit einem Bad in der Menge
Und so recken 800 Erwartungsfrohe um 9.30 Uhr an der Talstation die Hälse, bis jener erscheint, den alle nur Sebastian nennen. Mancher Normalbürger würde zum anfänglichen Bad in der Menge wohl Spießrutenlauf sagen, doch Kurz – immer höflich, immer mit einem fast schüchternen Lächeln – macht gelassen mit. Wohl bewusst knapp gehalten ist dann das Politische auf der Bühne: „Ich habe in den vergangenen vier Wochen viel Zorn von vielen Seiten erlebt. Manchmal werde ich fast mütterlich gefragt, ob es mir deshalb eh gut geht. Das kann ich euch versichern, denn mit eurer Hilfe werden wir es am 29. September schaffen!“ ruftKurz unter Applaus vom Podium. Dahinter halten Unterstützer die übergroße Schrift „Bergauf“. LH Günther Platter lobt den Parteifreund aus Wien: „Du hast alles richtig gemacht in einer schwierigen Phase, Anerkennung in ganz Europa.“

Die 91-Jährige konnte leider doch nicht
Vorbei an Fahnenschwingern folgt dann der Marsch bergauf. Immer neue Fans gesellen sich an die Seite von Kurz. „Meine 91-jährige Schwiegermutter wäre auch gern dabei gewesen“, erzählt Isabella aus Scharnitz, nachdem sie sich endlich zum türkisen Politstar durchgekämpft hat. Eine Schülerin (17) strahlt ihr offensichtliches Idol an: „Ich bin seit 14 Tagen bei dir im Team, es taugt mir voll.“ Abseits verbaler Schulterklopfer nützen einige auch die Chance für konkrete Anliegen: Eine Gemeindemitarbeiterin aus dem Außerfern beklagt, dass die Flüchtlinge im Ort nicht arbeiten dürfen. Kurz hört zu, ist konzentriert, stellt Fragen – und die Dame ist nachher entzückt über so viel Aufmerksamkeit. Daneben seufzt eine Urlauberin aus Deutschland: „Ach hätten wir so einen Politiker doch auch bei uns . . .“

Kanzler-Abwahl. „Meine Mama hat geweint“
In der bunten Schar der Wanderer ist auch Oksana aus Moskau, die im Hotel in Seefeld von der türkisen Wanderung erfahren hat und gleich mitkam. Der Grund hört sich fast schon dramatisch an: „Meine Mutter ist sehr politikinteressiert und eine große Anhängerin von Kurz, sie hat am Telefon geweint, als ich ihr von seiner Abwahl als Kanzler erzählt habe.“ – Episoden, von denen man glaubt, seien für Kurz von einem PR-Profi ersonnen worden, die aber doch nur die Geschichten der Wanderer in Seefeld sind.

Salzburg und Burgenland folgen
Oben auf der Rosshütte gibt’s Speis und Trank kostenlos. Zuvor war schon ein Jausensackerl samt türkisen Schuhbändern verteilt worden, gratis ist auch die Bahnfahrt. Man mag es den Fans aber glauben, dass dies nur ein Randaspekt war. Im Mittelpunkt steht der Wunsch: „Wir holen uns den Kanzlersessel zurück.“ Dem Wandertag in Tirol werden am 28. Juli jener in Salzburg und am 11. August im Burgenland folgen. Im „Krone“-Gespräch auf der Rosshütte zieht Kurz ein erstes Fazit: „Ich bin froh aus Wien rauszukommen und mit Menschen in den Bundesländern in Kontakt zu sein, das gibt Kraft für intensive kommende Wochen.“ Ob der Zuspruch durch die Dramatik der Abwahl nun noch größer ist als in vergangenen Wahlkämpfen? Seefeld lässt dies zumindest erahnen.

Andreas Moser
Andreas Moser

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