Kurioser Trend

„Begpacker“: Europäer erbetteln sich Weltreise

Wenn man kein Geld hat, kann man nicht verreisen. Das war bis vor kurzem eigentlich der internationale Konsens. Das hat sich nun aber geändert. Mit einem neuen, sehr kuriosen und fast unverschämten Trend: Den „Begpackers“. Junge Menschen aus der westlichen Welt, die ihren Job kündigen oder nie einen hatten und sich ein One-Way-Ticket in ein meist südostasiatisches Land kaufen, um sich dort das restliche Geld für ihre Reise zu erbetteln.

Privilegierte, junge Menschen aus reichen Industrieländern setzen sich auf südostasiatische Straßen um zu betteln, damit sie ohne zu arbeiten oder Geld angespart zu haben, weiter auf Weltreise gehen können. Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist nun Realität. Viele junge Menschen aus der westlichen Welt haben nie gelernt, zu verzichten. Viele haben immer alles bekommen, ohne etwas dafür getan zu haben. Warum sollten sie also nun auf eine Weltreise verzichten, nur weil sie (und anscheinend auch die Eltern) kein Geld dafür haben?

#One-Way-Ticket
Aus diesem Grund machen sie sich als Begpacker, ein Wort, das sich aus dem Englischen „to beg“ für betteln und „backpacking“ für Rucksackreisende zusammensetzt, auf den Weg. Sie kaufen sich ein One-Way-Ticket in ein Land ihrer Wahl, das meistens in Asien liegt. Dort mieten sie sich günstig ein und betteln, um Reisegeld zu erhalten. Manche musizieren, andere verkaufen selbstgebastelten Schmuck oder bieten ihre eigens geknipsten Reisefotos an.

#Falsche Erwartungshaltung
Es ist natürlich nichts Verwerfliches daran, zu versuchen, mit so wenig Geld wie möglich auszukommen beim Reisen. Man nimmt Couchsurfing in Anspruch oder trampt, anstatt sich ein Zugticket zu kaufen. Begpacking ist jedoch etwas Anderes: Hier ist man sich von Anfang an bewusst, dass man nicht das nötige Kleingeld für eine wochen- oder monatelange Reise hat, es aber trotzdem tut, weil das Ziel das Betteln ist. Wer kein Geld zum Reisen hat und nicht arbeiten geht, der kann es eben nicht tun. Aber Begpacker erwarten sich von anderen - die viel weniger pro Monat verdienen, als sie selbst, wenn sie in ihrem westlichen Heimatland arbeiten gehen würden -, dass sie ihre Reise finanzieren.

#Alter Mann arbeitet, junger Mann bettelt
Mittlerweile häufen sich Bilder in den sozialen Medien, auf denen Begpacker zu sehen sind. Besonders ärgerlich: Auf einem ist zu sehen, wie ein alter Mann Müll einsammelt, um ihn weiterzuverkaufen und so an Geld zu kommen, während daneben ein junger, westlicher Begpacker mit seiner Gitarre um Reisegeld bettelt.
Es bleibt nur zu hoffen, dass sich dieser Trend bald in Luft auflöst und nicht noch mehr Menschen auf die Idee kommen, so um die Welt reisen zu wollen.

Juli 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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