04.07.2019 06:00 |

Belastung für Körper

Fatale Hitze: Zahl tödlicher Badeunfälle steigt!

Die Zahl der Badeunfälle ist im heißen Juni gegenüber dem Vorjahr dramatisch angestiegen. Kleine Kinder, junge Burschen und ältere Menschen waren besonders betroffen.

Die große Juni-Hitzewelle forderte in ganz Europa tragische Todesfälle durch Ertrinken. Allein in Polen und Litauen sind 145 Menschen im Wasser tödlich verunglückt. Auch hierzulande stieg die Zahl der Badeunfälle im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Während im Juni 2018 laut Statistik Austria eine Person mit Wohnsitz in Österreich ertrank, gab es heuer schon vor Ferienbeginn eine Serie an schlimmen Unfällen. Was auffällt: Besonders junge Burschen, ältere Menschen und Kleinkinder wurden zu Opfern von Badeunfällen.

„Kleine Kinder am Wasser niemals aus Augen lassen“
So starb im niederösterreichischen Grafenbach ein dreieinhalbjähriger Bub nach einem Sturz in den Gartenpool. In Lustenau und in Nenzing verunglückten zwei dreijährige Kinder im Schwimmbad - sie konnten reanimiert werden. Ebenso wie ein Vierjähriger, der im Freibad Wattens regungslos im Wasser trieb. „Eltern sollten kleine Kinder am Wasser niemals aus den Augen verlieren. Auch nicht für ein paar Sekunden. Denn ein Kind, das nicht schwimmen kann, geht im Wasser unter wie ein Stein“, warnt Alexander Pamer von der Wiener Wasserrettung.

Selbst gute Schwimmer sind vor Unglücken nicht gefeit. Ein 13-Jähriger ertrank am 25. Juni im Badeteich Mooslandl. Zwei Wochen zuvor war ebenfalls in der Steiermark in Fernitz ein 15-jähriger Bursche bei einem Tauchgang verschwunden. Ein Zwölfjähriger verletzte sich beim Kopfsprung in den Tiroler Reintaler See an der Wirbelsäule schwer. „Beim Reinköpfeln ist Vorsicht geboten. Gerade in Freigewässern. Zudem werden da alle möglichen Dinge ins Wasser geschmissen, sogar Einkaufswägen“, weiß Pamer.

„Viele überschätzen körperliche Fähigkeiten“
Auch für mehrere Erwachsene endete die Abkühlung im Sahara-Juni in einer Tragödie. In Wien ertrank ein 47-Jähriger bei dem Versuch, die Neue Donau zu durchqueren: „Viele überschätzen ihre körperlichen Fähigkeiten. Es empfiehlt sich, auch als guter Schwimmer beim Rausschwimmen und bei Querungen immer eine kleine Boje dabeizuhaben“, rät Pamer.

Nicht abrupt abkühlen
Unter den ertrunkenen Opfern waren auch mehrere Pensionisten. So ging etwa ein 78-Jähriger im Badesee Röthelstein plötzlich unter. In Velm (NÖ) konnte letzte Woche eine 84-jährige Frau nur noch tot aus einem See geborgen werden. Im Ossiacher See erlitt eine Holländerin (74) einen Herzinfarkt und ertrank. Pamer: „Die Hitze ist für den Körper eine hohe Belastung. Bei abrupter Abkühlung droht eine gefährliche Gefäßverengung.“

Alexander Pamer, Landesleiter der Wasserrettung in Wien, erklärt im „Krone“-Interview, wie man im Falle einer Notsituation am besten reagiert.

„Krone“: Herr Pamer, wie kann ich einen Notfall im Wasser erkennen?
Alexander Pamer: Das Opfer ist zu Beginn laut, ruft um Hilfe und bewegt sich hastig. Wenn es ruhiger wird, muss es schnell gehen.

Was ist zu tun?
Das Wichtigste ist, sofort einen Notruf abzusetzen. Wer sich danach zutraut, das Opfer zu bergen, sollte sich ein Auftriebsmittel, zum Beispiel eine Luftmatratze, schnappen.

Und nach der Bergung?
Ist die Person bei Bewusstsein, bringen Sie sie in den Schatten und sprechen Sie mit ihr, bis die Rettungskräfte eintreffen. Ist sie bewusstlos und atmet nicht, beginnen Sie bitte sofort mit der Wiederbelebung. Abwechselnd 30-mal Herzdruckmassage und zweimal beatmen.

Es heißt, Kleinkinder ertrinken lautlos?
Ja, deshalb muss man sie am Wasser immer im Auge behalten. Die beste Prävention ist, dem Kind das Schwimmen beizubringen! Und das möglichst früh.

Anja Richter, Kronen Zeitung

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