03.07.2019 09:15 |

Leser-Reporter

Mit Kamera und Vespa den Präsidenten nach

Wen kümmert ein Staatsbesuch – offensichtlich nur Behörden und Politik, die Bevölkerung weniger. Die „Krone“ bat Leser Robert Altweger zum Selbstversuch: Wie weit bekommt man die Staatsoberhäupter vor die Kamera? Erstaunlich leicht und erstaunlich allein. Ein Erfahrungsbericht aus der Sicht eines Salzburgers.

Sergio Mattarella war da – und ich war dabei:

Dienstag, 11.20 Uhr, der italienische Staatspräsident kommt. Darauf freue ich mich. Ich liebe Italien, sie haben gutes Essen, eine schöne Landschaft und die Vespa erfunden.

Mit meiner mit Italien-Fahne geschmückten Vespa fahre ich zum Flughafen. Dort, so verriet mir das Internet, sollte der Präsident mittags landen.

Aber leider. Die Dachterrasse ist gesperrt. Also gehe ich ins Restaurant mit Blick auf das Rollfeld. Kleine Aussicht, aber großer Hunger.

Pünktlich landet die Maschine, parkt vor dem Airport-Gebäude. Meine Kamera ist genau auf die Türe des Flugzeugs gerichtet.

Ich bin aufgeregt. Nur ich, sonst fotografiert keiner. Eine Restaurant-Mitarbeitern holt mich aus dem Foto-Zoom: „Fotografieren unerwünscht“, knipse ich trotzdem. Präsident und Tochter sind im Kasten.

Ich gehe.

Mit der Vespa positioniere ich mich auf der Kreuzung, wo der Staats-Tross samt Entourage das Flughafengelände verlassen sollte. Meine Handykamera gezückt, die schwarzen Limousinen auch erwischt.

Gemütlich fahre ich direkt dem Tross hinterher, bis Aiglhof. Dort erst lotst mich ein Polizist von der Straße. Beim Mönchsberglift bin ich früher als die Gäste. Auch gut. Der Staats-Tross fährt mit dem Lift nach oben. Ich löse ein Ticket, fahre nach. Unaufgeregt – so bin ich.

Wartezeit. Die Staatsgäste dinieren auf der m32-Terrasse. Ich stehe herum, bin auch hier allein, plaudere mit dem leitenden Notarzt. Immer noch alles ruhig.

Plötzlich verlässt die Gesellschaft das Restaurant, ich knipse, schaffe Schnappschüsse mit Wilfried Haslauer, Harald Preuner, Franz Lackner und natürlich Mattarella. Schöne Fotos, ich freue mich. Es folgt die Touri-Tour in der Getreidegasse. Abgeschirmt von der Polizei. Am Alten Markt kippt die Situation: Demonstranten treffen auf die Politiker. Beamte deeskalieren, bringen die Situation schnell unter Kontrolle.

Jetzt bin ich aufgeregt. Im Getümmel verliere ich die Gruppe aus den Augen, sehe nur, wie alle Anzugträger in der Residenz verschwinden.

Zurück am Flughafen mache ich ein letztes Bild. Und bin wieder allein und mit den Fotos zufrieden.

Ciao, Sergio!

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