30.06.2019 13:45 |

Warum Kosten steigen

Preisdruck an der Steckdose

Verdient sich die Salzburg AG mit der Energie eine goldene Nase? „Nein“ – sagen die Experten. Es geht um größere Zusammenhänge am europäischen Strommarkt. Um Deutschland, wo man Österreich in der Stromzone „loshaben“ wollte. Und wiedermal um das leidige Thema Steuern.

Siegfried Müllegger leitet den Energiehandel in der Salzburg AG. Er ist im laufenden Kontakt mit den Tradern an den europäischen Strombörsen (Leipzig, Paris und auch Wien). Es geht viel um Taktik, um den langfristigen Terminmarkt und kurzfristige Geschäfte.

Aktuell schnalzen die Preise fast pfeilgerade nach oben: „Wir haben eine starke Aufwärtsbewegung“, schildert der Experte. Der österreichische Strompreisindex (Öspi) hat derzeit den höchsten Stand seit 2012. Entwicklungen, die der kleine Haushaltskunde mitzahlen muss. Ab August erhöht auch die Salzburg AG die Tarife für Strom und Gas, erstmals seit 2011, wie betont wird. 240.000 Haushalte beziehen bei der Salzburg AG Strom. Ein Kunde zahlt im Schnitt dann drei Euro mehr pro Monat. Der Konzern habe lange die Entwicklungen geschluckt. Jetzt sei der Preissprung zu extrem.

Ein Rückblick beruhigt fast: „Wir sind jetzt auf dem Niveau von Ende der 90er“, erinnert Vertriebs-Chef Kurt Nadeje, dass in Folge die Strommarkt-Liberalisierung vieles vergünstigt hat.

Und wo geht die Reise in Zukunft hin? Es bleibt teuer, sagen die Stromexperten.

Die großen Preistreiber am Strommarkt


Erklärungsmuster dafür gibt es verschiedene. Punkt eins: Seit Oktober 2018 gilt die getrennte Strompreiszone zwischen Österreich und Deutschland. Früher konnte bei Überproduktion im fernen Norden von unseren Nachbarn günstig Strom – vor allem aus Windkraft – importiert werden. Dann drehte unser Nachbarland den Hahn zu. Und: Auch die CO2-Kosten steigen. „Kohle- und Gaskraftwerke brauchen CO2-Zertifikate“, erklärt Müllegger „Strafzahlungen“ für die Umwelt. Am globalen Markt zahlt das auch Österreich – selbst vor allem für saubere Wasserkraft bekannt – mit.

Positiver Effekt am Rande: Die kleinen Betreiber von Photovoltaik-Anlagen (8000 beliefern die Salzburg AG) bekommen jetzt mehr Geld für ihren Strom.

Um E-Mobilität sorgt sich niemand: „Es wird kein Preistreiber sein“, meint Nadeje. Sollten in den nächsten Jahren 25 Prozent der Autos elektrisch fahren, sei das ein Strombedarf von plus 6 bis 7 Prozent.

Sabine Salzmann

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