24.06.2019 08:00 |

Hitzerekorde im Juni

Saharahitze verwandelt Tirol in einen Backofen

Von herrlichen Sommertemperaturen wird man in dieser Woche kaum sprechen können. Heiße Luft aus der Sahara sorgt für einen Backofen. UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer rechnet mit einem neuen Temperaturrekord für Innsbruck. Und Juni wird als heißester Monat in die Geschichtsbücher eingehen!

Bereits am Montag scheint verbreitet die Sonne und die Temperaturen erreichen Höchstwerte bis 32 Grad. „Dann wird es von Tag zu Tag wärmer“, sagt Meteorologe Georg Erlacher von der ZAMG in Innsbruck, der den Höhepunkt der Hitzewelle für Mittwoch erwartet. Sein Kollege Spatzierer geht noch einen Schritt weiter: Er rechnet mit neuen Temperaturrekorden für den Monat Juni. Davon könnte auch die Landeshauptstadt Innsbruck betroffen sein. Hier datiert der bisherige Junirekord aus dem Jahr 2014 und liegt bei 35,7 Grad. Spatzierer: „Der Rekord dürfte diese Woche wohl fallen!“

Von der Hitze besonders stark heimgesucht wird neben Innsbruck außerdem auch der Raum von Haiming bis Landeck und weiter bis ins Obere Gericht. „Sogar in Mayrhofen im Zillertal sind 34 Grad zu erwarten“, prognostiziert Georg Erlacher.

Ab Donnerstag sinkt das Thermometer dann ein wenig, das letzte Juniwochenende sollte allerdings wieder sonnig und bei Höchstwerten um 30 Grad sommerlich warm verlaufen. Fest steht: Einen dermaßen heißen Juni gab es seit Aufzeichnungsbeginn noch nie! Und er fällt überaus sonnig, jedoch viel zu trocken aus!

Im Juli steigen die Temperaturen abermals. Spatzierer: „Die große Hitze mit Werten über 35 Grad scheint zum Monatswechsel erneut zurückzukehren.“

„40-Grad-Grenze fällt“
„Zumindest handelt es sich nicht um eine schwüle, sondern eine trockene Hitze ohne heftige Gewitter“, informiert ZAMG-Meteorologe Erlacher. Er wäre überhaupt nicht überrascht, würde in Tirol im heurigen Sommer erstmals die 40-Grad-Grenze geknackt. „Weit weg sind wir jedenfalls nicht mehr davon.“ Lange und heiße Hochdrucklagen, wie man sie derzeit erlebt, werden in den kommenden Jahren laut dem Experten weiter zunehmen. „Sie hängen stark mit dem Klimawandel zusammen“, ist er sicher. Auch Kaltlufteinbrüche seien eine Folge der Änderungen bei den Großwetterlagen und somit Produkt des Klimawandels. Sogar die Daten des Referenzklimas seien bereits nach oben gestiegen.

„Wir haben den Backofen auf 300 Grad hinaufgedreht“, zieht er einen drastischen Vergleich. Das Stoppen der dramatischen Entwicklung mit ihren unabsehbaren Folgen sei schwierig.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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