23.06.2019 06:00

Buben gefeiert

Ein Jahr danach: Höhlendrama wird vermarktet

Die spektakuläre Rettungsaktion in der thailändischen Tham-Luang-Höhle vor genau einem Jahr hielt die Welt in Atem, es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Eine zwölfköpfige Jugendfußballmannschaft und deren Trainer saßen 17 Tage lang in einer überschwemmten Kammer fest. Schließlich wurde eine komplizierte Rettungsaktion gestartet, Schächte gebohrt, die Kinder im Juli schließlich erschöpft, aber wohlauf, geborgen. Seither werden die zwölf Buben als Helden gefeiert - und das Höhlendrama aufwendig vermarktet.

Nach einem Fußballtraining besuchten zwölf Fußballer im Alter von elf und 16 Jahren gemeinsam mit ihrem Trainer die Tham-Luang-Höhle - es war der 23. Juni des Vorjahres. Doch sie wurden vom Monsunregen überrascht und konnten die mit Wasser überflutete Grotte nicht mehr verlassen.

Auf der Flucht vor den Wassermassen retteten sie sich zudem immer tiefer ins Innere, der Weg nach draußen war fast vier Kilometer lang. Ihr Leben verdanken sie erfahrenen Helfern, die nach langer und intensiver Vorbereitungszeit ein Opfer nach dem anderen aus der Höhle brachten.

Internationale Taucher reisten an, um mit ihrer Expertise die Rettungsaktion zu unterstützen. Ein Marinetaucher starb, als ihm während des Einsatzes der Sauerstoff ausging, die Kinder - von denen viele nicht schwimmen konnten - waren bald zu schwach für den Tauchgang. Heute steht die Heldenstatue von Saman Kunan ein paar Kilometer vom Unglücksort entfernt, wo bald ein Museum zur Rettungsaktion eröffnet wird.

Ausstellung präsentiert Räder und Fußballschuhe
2018 hieß es auch die Gegend rund um die Höhle im Norden des Landes solle in einenNationalpark umgewandelt werden. Den Jugendlichen zu Ehren wurde indes in ihrer Heimatstadt eine Ausstellung in einem buddhistischen Tempel gestaltet. Dort sind die Fußballschuhe der Burschen ausgestellt und die Fahrräder, mit denen sie vor zwölf Monaten zur Höhle gefahren sind.

Video: Die Burschen besuchen einen buddhistischen Tempel

Filme, Serie und Bücher über die Heldensaga
Seitdem entstanden ein Kinofilm, der im September zu sehen ist, eine Doku, eine Netflix-Serie und zahlreiche Bücher über die spektakuläre Rettung. Doch für die Produzenten war es schwer, Materialien für ihre Werke zu sammeln, denn für einen Termin mit der als Helden gefeierten Fußballmannschaft braucht man die Erlaubnis der Regierung. Laut Medienberichten erhielten die Familien der Burschen umgerechnet 86.000 Euro für Netflix-Interviews. Doch es heißt auch, dass noch nichts überwiesen wurde.

Die geretteten Kinder und Jugendlichen wurden in einem Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai behandelt.

Heute pilgern am Tag oft bis zu 10.000 Besucher zur gesperrten Tham-Luang-Höhle, die zum Wallfahrtsort wurde. Forscher sind in der Zwischenzeit damit beschäftigt, die Höhle für weitere Projekte zu kartieren.

krone.at/Kronen Zeitung

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